Aktualisiert 20.06.2019 12:24

Bad Ragaz SG

Biber fällen 50 Bäume auf Golfplatz

Im Golfclub Heidiland in Bad Ragaz treiben sich Biber herum. Sie nagen an den Bäumen und fällen diese teilweise. Eine Möglichkeit, die Tiere loszuwerden, gibt es nicht.

von
scr

Am Anfang war es nur einen Verdacht, dass ein Biber auf dem Golfplatz Heidiland in Bad Ragaz SG sein Unwesen treibe. Doch Schnappschüsse von installierten Kameras bestätigten bald, dass ein Biber für die beschädigten Bäume auf dem Areal verantwortlich ist. Wie GRHeute schreibt, stammen die ersten Biberspuren auf dem Golfplatz vom Spätsommer 2017.

Während man letztes Jahr noch davon ausging, dass es sich um ein einzelnes Tier handele, sind es nun laut einem Revierförster sogar zwei Pärchen. Seit dem Erscheinen des ersten Bibers im Golfclub des Grand Resorts sind gegen fünfzig Bäume angenagt beziehungsweise gefällt worden. Es handelt sich dabei vor allem um Weichhölzer, die rund um den See wachsen. Einzelne Bäume wurden auch durch die Mitarbeiter entfernt, da sie für die Besucher hätten gefährlich werden können.

Keine Beschwerden

Dennoch habe sich bisher niemand über die Tiere beschwert, wie Ralph Polligkeit, Präsident des Golfclubs, auf Anfrage sagt. «Es sieht nicht schön aus, das ist klar. Aber man kann nicht viel dagegen machen», so Polligkeit. Die Tiere seien in der Schweiz geschützt, was verhindere, dass man sie einfach so loswerden könne.

Der Golfclub steht denn auch in engem Kontakt mit der Gemeinde und den Wildhütern, um mit der Situation optimal umgehen zu können. «Wir haben bereits an eine Umsiedlung gedacht, was momentan aber nicht möglich ist. Wer Biber auf dem Platz hat, muss einfach lernen, mit ihnen zu leben», sagt Polligkeit.

Die Greenkeeper des Golfclubs seien täglich auf Tour und kontrollierten die Fressschäden an den Bäumen. Sollte ein Baum als gefährlich eingestuft werden, würde man umgehend reagieren. «Bäume, die wir als schützenswert erachten, statten wir mit einer Art Maschendraht aus. So können die Biber diese nicht mehr beschädigen.» So sei ein friedliches Zusammenleben mit den Nagern auf dem Golfplatz möglich.

Biberdamm muss entfernt werden

Auch am Chrebsbach in Kreuzlingen nistete sich ein Biber ein. Das Tier baute am Grobholzrechen mit Ufergehölz einen Damm. Da sein Bauwerk die Hochwassersicherheit gefährdet, muss dieses allerdings entfernt werden, wie die Stadt Kreuzlingen am Mittwoch mitteilte.

Die Bauverwaltung bedauere dies, die Sicherheit habe aber Vorrang. Gemeinsam mit der Jagd- und Fischereiverwaltung sowie «Hallo Biber» werde nun ein alternativer Lebensraum für das Tier gesucht.

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