09.06.2017 05:42

ZürichBiber macht sich mitten in der Stadt über Bäume her

Am Limmatufer in Zürich-Altstetten hat ein Biber einen Baum angeknabbert. Laut Biberfachstelle leben ein bis zwei Tiere in diesem Bereich.

von
rom
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Ein Biber hat sich über diesen Baum ...

Ein Biber hat sich über diesen Baum ...

Leser-Reporter/Andreas Sidler
... an der Limmat bei den Hardhof-Sportplätzen hergemacht.

... an der Limmat bei den Hardhof-Sportplätzen hergemacht.

Leser-Reporter/Andreas Sidler
Der Baum ist mittlerweile umgeknickt.

Der Baum ist mittlerweile umgeknickt.

rom

Auf seinem Arbeitsweg radelt Andreas Sidler täglich der Limmat entlang nach Zürich. Am Mittwoch um zirka 6 Uhr fiel ihm in Altstetten auf der Höhe der Hardhof-Sportplätze ein angeknabberter Baumstamm auf. «Im Gras davor sah ich Spuren und am Boden einen Pfotenabdruck», sagt Sidler.

Er vermutet einen Biber dahinter. «Obwohl es mich eigentlich wundert, immerhin sind wir hier mitten in der Stadt. Es hat viele Leute, auch abends wegen der Sportplätze.» Das sei ja nicht gerade ein ruhiger Ort für Wildtiere.

«Es ist eindeutig ein Biber», sagt Urs Wegmann, Leiter der Biberfachstelle Kanton Zürich. Laut ihm leben ein bis zwei Tiere in diesem Bereich der Limmat. «Zumindest sind schon zwei Tiere gleichzeitig gesichtet worden.» An der Limmat ist der Biber erst seit wenigen Jahren wieder heimisch.

Die dichte Besiedlung sei für Biber kein Problem. «Sie brauchen in erster Linie genug tiefes Wasser und ein genügend grosses Nahrungsangebot», so Wegmann. Biber seien Vegetarier und ernährten sich von Frühling bis Herbst von Pflanzen, die im Uferbereich wachsen. Im Winter stellten sie ihre Nahrung um auf Gehölzpflanzen und fressen deren Rinde respektive Knospen. «Alle Bedingungen sind in diesem Bereich der Limmat gegeben.» Die meisten angeknabberten Gehölzpflanzen im Gewässerbereich würden wieder ausschlagen und nachwachsen.

Über 300 Biber im Kanton Zürich

Aktuell leben im Kanton Zürich über 300 Biber – am meisten davon im Norden, konkret im Weinland und Unterland. Den südlichen Kantonsteil hingegen nimmt das Tier bislang erst zögerlich in Besitz.

Zu Gesicht bekam Velofahrer Andreas Sidler den Biber an der Limmat ohnehin nicht. «So etwas ist am ehesten in der Dämmerung möglich», sagt Wegmann von der Biberfachstelle. Wer einem Biber begegnet, soll auf alle Fälle einen gewissen Abstand halten – es sind Wildtiere –, «zudem sind Hunde unbedingt an die Leine zu nehmen, wenn man einen Biber sieht.»

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