Aktualisiert 15.05.2017 08:52

Nachtwacher NagerBiber spaziert zur Tankstelle – Polizeieinsatz

Mitten in der Nacht läuft ein Biber in Rothrist durch den Ort – vorbildlich auf dem Trottoir. Die Polizei hat so etwas noch nie gesehen.

von
ehs
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Vorbildlich: Der Nager läuft auf dem Trottoir und benützt den Fussgängerstreifen.

Vorbildlich: Der Nager läuft auf dem Trottoir und benützt den Fussgängerstreifen.

Leser-Reporter
Bei der Migrol-Tankstelle in Rothrist interessiert er sich für die Zapfsäulen. Daraufhin informieren Leser die Polizei.

Bei der Migrol-Tankstelle in Rothrist interessiert er sich für die Zapfsäulen. Daraufhin informieren Leser die Polizei.

Leser-Reporter
«Von so einem Einsatz höre ich zum ersten Mal», sagt ein Polizeisprecher. Das Tier wurde vom Jagdaufseher umgesiedelt und ist wohlauf.

«Von so einem Einsatz höre ich zum ersten Mal», sagt ein Polizeisprecher. Das Tier wurde vom Jagdaufseher umgesiedelt und ist wohlauf.

Leser-Reporter

Dieser Biber hat schlecht geschlafen: Mitten in der Nacht auf Sonntag hat das Tier in Rothrist einen Spaziergang zur Migrol-Tankstelle unternommen. «Er lief auf dem Trottoir», sagt eine Leserin, die den Vorfall beobachtet und fotografiert hat zu 20 Minuten. Die Strasse habe das Tier gemieden. «Über den Fussgängerstreifen ist der Biber zur Tankstelle gelaufen», sagt die Zeugin.

Fast 400 Meter hat der Biber von seinem Lebensraum an der Aare damit im Aargauer Ort zurückgelegt. Verletzt war das Tier nicht. Weil es sich für die Zapfsäulen interessierte, informierte die Leserin die Polizei. «Das hätte für das Tier und die Autofahrer sehr gefährlich werden können», sagt sie.

«Das höre ich zum ersten Mal»

Die Kantonspolizei Aargau bestätigt den Einsatz. Der Jagdaufseher habe das Tier noch in der Nacht umgesiedelt. Es sei unverletzt und habe keinen Schaden angerichtet, sagt Polizeisprecher Daniel Saridis. «Von so einem Einsatz höre ich zum ersten Mal», sagt Saridis.

Biber vermehren sich seit einigen Jahren wieder rasant. Zurzeit lebten etwa 2000 Exemplare in der Schweiz, schreibt die «Basler Zeitung». In gewissen Regionen seien die Tiere bereits zum Problem geworden.

Biber vermehren sich explosiv

Probleme gebe es insbesondere im Aargau, dem Thurgau oder in Bern. Dort könne bereits von einer «explosiven Vermehrung» gesprochen werden. Im Wald nagen die Tiere Bäume an und fällen sie, in der Landwirtschaft fressen sie beispielsweise Zuckerrübenfelder leer.

Die Tiere sind in der Schweiz streng geschützt. Sie dürfen nicht ohne Ausnahmebewilligung geschossen werden.

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