Aktualisiert 28.04.2014 11:25

Bischofszell TGBiber trottet in neue Lebensräume

In Bischofszell wurden bei der Biberrampe vor kurzem zwei zusätzliche Fotofallen installiert. Diese beweisen, dass der Biber den Steg zu neuen Lebensräumen benutzt.

von
jeh

Biber watschelt über die erbaute Rampe in einen möglichen neuen Lebensraum.

Im Watschelschritt läuft ein Biber über eine Rampe an der Sittermühle in der Bischofszeller Altstadt. Die fast 30 Meter lange freischwebende Biberrampe wurde 2012 von Hallo Biber! Ostschweiz installiert. Den Nagetieren soll damit ermöglicht werden, sich in weiteren Flussgebieten auszubreiten.

Neuer Lebensraum

Wie Philip Taxböck, Projektleiter von Hallo Biber! Ostschweiz sagt, ist es gängige Praxis, solche Rampen für die Nager zu errichten: «Die Tiere gelangen dank den Rampen in Flussgebiete, die sie normalerweise nicht erreichen würden.»

Kommen Biber an einen Punkt im Fluss nicht mehr weiter, orientieren sie sich am Flussrand. Dort suchen sie nach einem Weg, um die Hindernisse zu umgehen. Mit der Rampe haben sie dazu die perfekte Möglichkeit.

Laut Taxböck gibt es zur Zeit noch keine wissenschaftliche Auswertung, wie viele Tiere in welchem Zeitraum und wie oft die Rampe benutzen. Fest steht: sie tun es. Hallo Biber Ostschweiz will nach der aktuellen Biber-Wandersaison (diese dauert bis etwa Juni) eine detailliertere Auswertung der Daten angehen.

Direkt unter Fensterbrett durch

Vor zwei Jahrhunderten war der Biber in unseren Breitengraden nahezu ausgerottet seine Lebensräume wurden immer weiter zurückgedrängt. Doch seit der Jahrtausendwende aber ist die Population spürbar angewachsen. Mit rund 500 Tieren darf sich der Kanton Thurgau einer der schweizweit zahlenstärksten Biber-Populationen rühmen.

Bevor die Rampe 2012 in Bischofszell installiert wurde, musste zuerst das Einverständnis der Anwohner eingeholt werden. Obwohl die Biber direkt unter dem Fensterbrett einiger Bewohner der Sittermühle durchlaufen, äusserten sich alle dem Projekt gegenüber positiv.

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