Aktualisiert 03.01.2013 20:58

Viele Bäume gefällt:Biberfamilie wütet in Nidau

Fleissige Nager haben beim Berner Nidau-Büren-Kanal innert kurzer Zeit gleich vier Bäume gefällt. Nun fürchten sich Anwohner vor einer Biberplage.

von
Christian Holzer

Innerhalb von zwei Wochen knickten im Garten von Jérôme Tschudi (58) am Nidau-Büren-Kanal gleich vier Bäume um. Der ­abgenagte Stamm und unzählige Holz­späne zeigen klar: Hier waren Biber am Werk. Nachbarin Heidi Schafroth hat die nachtaktiven Nager beobachtet: «Die Tiere brauchten nur zwei Nächte, um einen Baum zu fällen.» Dann seien sie gleich über den nächsten Stamm hergefallen. Weil sie nun Angst um ihren Japanischen Ahorn hat, schützt sie den seltenen Baum mit einem Drahtzaun.

«Ich will hier keine Biberplage», so Schafroth. Tierfreund Tschudi hingegen denkt nicht daran, den Bibern die Arbeit zu erschweren. Denn er freut sich über den nächtlichen Besuch: «Letztes Jahr habe ich meinen Garten bewusst naturnah umgestaltet und Sträuche gepflanzt, die ­Biber mögen – offenbar mit Erfolg.»

Biber-Experte Peter Lakerveld von Pro Natura hat eine einfache Erklärung, warum die Nager gerade jetzt massenhaft Bäume abnagen: «Die Tiere ernähren sich im Winter von Baumrinde. Da sie nicht klettern können, fällen sie halt ganze Bäume.» In Nidau lebe eine Biberfamilie mit rund fünf Tieren. «Die Eltern verjagen aber die Jungtiere nach zwei Jahren in andere Gebiete», so Lakerveld.

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