Aktualisiert

US-WahlkampfBiden schliesst Kandidatur für Präsidentschaft aus

Nach monatelangen Spekulationen hat US-Vizepräsident Joe Biden seinen Verzicht auf eine Bewerbung bei der Präsidentschaftswahl 2016 erklärt.

von
fal
Seine Familie hat ein schwieriges Jahr hinter sich: US-Vizepräsident Joe Biden bei seiner Rede vor dem Weissen Haus. (21. Oktober 2015)

Seine Familie hat ein schwieriges Jahr hinter sich: US-Vizepräsident Joe Biden bei seiner Rede vor dem Weissen Haus. (21. Oktober 2015)

Joe Biden sagte im Rosengarten des Weissen Hauses, dass er sich nicht um die Kandidatur der Demokraten bemühen werde. Das Zeitfenster für eine «realistische Präsidentschaftskampagne» habe sich geschlossen, sagte der 72-Jährige, der mit seiner Frau Jill und Präsident Barack Obama vor die Kameras trat.

Der Vizepräsident erklärte, nach dem Tod seines ältesten Sohnes im Mai habe für ihn und seine Familie die Trauerarbeit Priorität gehabt. Beau Biden war im Alter von 46 Jahren an einem Hirntumor gestorben. Seine Familie sei nun zwar bereit für eine Präsidentschaftsbewerbung. «Leider glaube ich, dass wir nicht mehr die nötige Zeit haben, eine siegreiche Kampagne für die Nominierung auf die Beine zu stellen», sagte er. Biden kündigte an, sich weiter in die aktuelle Politik einmischen zu wollen. «Während ich kein Kandidat sein werde, werde ich mich klar und deutlich zu Wort melden, wo wir als Partei stehen und wohin wir als Nation gehen müssen», sagte er.

Bidens erfolgreiche Politiker-Karriere war begleitet von Schicksalsschlägen. Vor dem Tod seines Sohnes Beau in diesem Jahr hatte Biden bereits 1972 seine erste Frau Neilia und seine Tochter Naomi bei einem schweren Verkehrsunfall verloren. Ein Jahr später trat Biden seine erste Amtszeit im US-Senat an.

Clinton klare Favoritin

Nach dem Verzicht des Vizepräsidenten bleiben mit der früheren First Lady Clinton sowie Senator Bernie Sanders aus dem Bundesstaat Vermont zwei Bewerber mit ernstzunehmenden Chancen um die Kandidatur für die demokratische Partei. Clinton gilt nach Umfragen als hohe Favoritin.

Die Umfragen für den 72 Jahre alten Vizepräsidenten als Nachfolger seines «Chefs» Obama waren zuletzt nicht besonders gut. Eine Mehrheit der Wähler der demokratischen Partei hatte sich dafür ausgesprochen, dass Biden nicht ins Rennen gegen Hillary Clinton und Bernie Sanders geht. Für den Fall einer Bewerbung sahen die Meinungsforscher ihn nur auf dem dritten Platz hinter Clinton und Sanders.

Für Biden wäre es der dritte Anlauf auf das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten gewesen. 1988 war er nach einer Plagiatsaffäre zur Aufgabe gezwungen worden. 2004 war der erfahrene Senator aus dem Staate Delaware bereits in der ersten Vorwahl weit abgeschlagen gescheitert und hatte aufgegeben. (fal/sda/afp)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.