G20-Gipfel auf Bali: Biden trifft Xi Jinping – «Wir müssen herausfinden, wo die roten Linien sind»

Publiziert

G20-Gipfel auf BaliBiden trifft Xi Jinping – «Wir müssen herausfinden, wo die roten Linien sind»

Mit einem Handschlag begrüssen sich die beiden Staatschefs vor dem G20-Gipfel auf Bali. Biden sagt, es gehe darum, dass aus Wettbewerb kein Konflikt zwischen den Supermächten werde. Xi will die Beziehung auf eine höhere Ebene bringen.

1 / 6
Die Begegnung von Chinas Staatschef Xi Jinping und dem US-amerikanischen Präsidenten Joe Biden auf Bali war das erste persönliche Treffen zwischen den beiden seit Bidens Amtsantritt vor knapp zwei Jahren. 

Die Begegnung von Chinas Staatschef Xi Jinping und dem US-amerikanischen Präsidenten Joe Biden auf Bali war das erste persönliche Treffen zwischen den beiden seit Bidens Amtsantritt vor knapp zwei Jahren. 

REUTERS
Xi und Biden halten sich zum diesjährigen G20-Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auf der indonesischen Ferieninsel auf, der am Dienstag beginnt.

Xi und Biden halten sich zum diesjährigen G20-Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auf der indonesischen Ferieninsel auf, der am Dienstag beginnt.

REUTERS
Biden warnte nach US-Angaben Xi davor, gegen Taiwan militärische Gewalt anzuwenden.

Biden warnte nach US-Angaben Xi davor, gegen Taiwan militärische Gewalt anzuwenden.

REUTERS

Darum gehts

  • Xi Jinping und Joe Biden haben sich zum ersten Mal seit fast zwei Jahren wieder persönlich getroffen.

  • Biden warnte nach US-Angaben Xi zudem davor, gegen Taiwan militärische Gewalt anzuwenden.

  • Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat sich «höchst besorgt über die gegenwärtige Situation in der Ukraine» geäussert.

US-Präsident Joe Biden und der chinesische Staatschef Xi Jinping sind zu ihrem ersten direkten Treffen seit fast zwei Jahren zusammengekommen. Es begann am Montag in einem Luxushotel auf Bali mit einem freundlichen Handschlag. Auf der indonesischen Insel findet am Dienstag und Mittwoch das Gipfeltreffen der 20 grössten Industrie- und Schwellenländer (G20) statt.

Xi auf «offenen und ausführlichen Meinungsaustausch» vorbereitet

«Als Führer unserer beiden Nationen teilen wir meiner Ansicht nach die Verantwortung, zu zeigen, dass China und die Vereinigten Staaten mit unseren Differenzen fertig werden können, zu vermeiden, dass Wettbewerb jemals auch nur in die Nähe von Konflikt kommt und Wege zu finden, zusammen an dringenden globalen Fragen zu arbeiten, die gegenseitige Kooperation erfordern», erklärte Biden. Xi erklärte, die Begegnung auf eine höhere Ebene bringen zu wollen. Er sei auf einen «offenen und ausführlichen Meinungsaustausch» mit Biden vorbereitet.

Es war die erste persönliche Begegnung der zwei Staatsführer, seit Biden vor zwei Jahren ins Weisse Haus einzog. Biden sagte am Sonntag in Phnom Penh vor seiner Abreise nach Bali, es gebe wenige Missverständnisse zwischen ihm und Xi. «Wir müssen nur herausfinden, wo die roten Linien sind und was jedem von uns in den nächsten zwei Jahren am wichtigsten ist.»

Biden warnt vor Militärgewalt gegen Taiwan

Während des Treffens hat Joe Biden Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vor militärischer Gewalt gegen Taiwan gewarnt. Biden gab weiter an, die amerikanische Ein-China-Politik habe sich nicht geändert. Doch lehnten die USA jede einseitige Änderung des Status quo ab, sei es durch China oder Taiwan. Auf dem jüngsten Parteitag hatte Xi Jinping gerade wieder mit einer Eroberung gedroht, wenn sich die 23 Millionen Taiwaner einer «Vereinigung» verweigern sollten.

Chinas Umgang mit Minderheiten

Weiter hat Biden beim Treffen seine Sorge über Menschenrechtsverletzungen in China ausgesprochen. In Hongkong geht die chinesische Regierung mit Sicherheitsgesetzen gegen die demokratische Opposition vor. Menschenrechtsgruppen werfen den chinesischen Behörden zudem vor, Minderheiten wie die Uiguren in Xinjiang sowie die Tibeter zu unterdrücken.

Russische Drohungen über den Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine haben die beiden Präsidenten verurteilt. Beide Seiten stimmten auch überein, dass «ein Atomkrieg niemals geführt werden sollte», wie das Weisse Haus nach einem Treffen der Präsidenten am Montag auf der indonesischen Insel Bali mitteilte.

Chinesische Darstellung erwähnt Atomwaffen nicht

Die offizielle chinesische Darstellung des Gesprächs erwähnte die von Biden geäusserte gemeinsame Warnung vor einem Einsatz von Atomwaffen oder der Drohung damit in dem Konflikt allerdings nicht. 

Erwähnt wurde allerdings auch nicht die sonst häufig geäusserte chinesische Argumentationslinie, dass Russlands «legitime Sicherheitsinteressen» berücksichtigt werden müssten. China hat den Einmarsch Russlands in der Ukraine bis heute nicht kritisiert und gibt Präsident Wladimir Putin politisch Rückendeckung.

Beziehung zwischen USA und China schon länger getrübt

Bidens Amtszeit läuft noch zwei Jahre. Er wisse, dass ihn die Zwischenwahlen zum Kongress, bei denen seine Partei die Mehrheit im Senat verteidigte, gestärkt hätten. Klar sei auch, dass Xi seine Macht beim Parteitag der Kommunistischen Partei ausgebaut habe.

Die amerikanisch-chinesischen Beziehungen sind bereits seit der Amtszeit von Bidens Vorgänger Donald Trump getrübt. Die USA betrachten China inzwischen als ihren grössten wirtschaftlichen und militärischen Rivalen.

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(DPA/bre)

Deine Meinung

24 Kommentare