Afghanistan - Biden warnt Taliban und droht mit «starker militärischer Reaktion»
Aktualisiert

AfghanistanBiden warnt Taliban und droht mit «starker militärischer Reaktion»

Sollte US-Personal in Afghanistan in Gefahr geraten, dann könne US-Präsident Joe Biden eine militärische Reaktion nicht ausschliessen.

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Joe Biden will US-Bürger und Menschen, die sie vor Ort unterstützt hatten, schützen. 

Joe Biden will US-Bürger und Menschen, die sie vor Ort unterstützt hatten, schützen.

AFP
Die  Grossstadt Masar-i-Scharif ist am Sonntag an die Taliban gefallen.

Die Grossstadt Masar-i-Scharif ist am Sonntag an die Taliban gefallen.

via Reuters
Die deutsche Bundeswehr hatte dort noch bis Ende 2020 ein Hauptquartier. Das Bild stammt aus dem Jahr 2013

Die deutsche Bundeswehr hatte dort noch bis Ende 2020 ein Hauptquartier. Das Bild stammt aus dem Jahr 2013

REUTERS

Darum gehts

  • Die Taliban rücken immer näher gegen die Hauptstadt Kabul vor. Nur noch wenige Kilometer trennen sie von ihrem Ziel.

  • Joe Biden, der die militärische Verstärkung erhöht hat, richtete unterdessen eine Warnung an die Taliban.

  • Sollte US-Personal gefährdet sein, könne eine militärische Reaktion nicht ausgeschlossen werden.

US-Präsident Joe Biden hat den islamistischen und militanten Taliban mit einer «einer raschen und starken militärischen Reaktion» gedroht, falls diese das US-Personal in Afghanistan gefährdeten. Das habe er Vertretern der Taliban in Doha in Katar ausrichten lassen, hiess es in einer Mitteilung des US-Präsidenten am Samstag. Das gelte für «jede Aktion der Taliban vor Ort in Afghanistan, die das US-Personal oder unsere Mission dort gefährdet».

Gleichzeitig wies der US-Präsident Streitkräfte und Nachrichtendienste an, «dafür zu sorgen, dass wir die Fähigkeit und die Wachsamkeit aufrechterhalten, künftigen terroristischen Bedrohungen aus Afghanistan zu begegnen». Mit Blick auf die Evakuierung von afghanischen Helfern, die den US-Truppen während des Einsatzes geholfen hatten, erklärte Biden: «Wir arbeiten daran, Tausende von Menschen, die unsere Sache unterstützt haben, und ihre Familien zu evakuieren.»

US-Aussenminister Antony Blinken telefonierte am Samstag mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani. Sie hätten die Dringlichkeit der laufenden diplomatischen und politischen Bemühungen zur Eindämmung der Gewalt erörtert, teile das US-Aussenministerium mit. Blinken habe die «anhaltende Unterstützung für das afghanische Volk» betont.

Verstärkung für Afghanistan

Biden kündigte auch weitere militärische Verstärkung nach Afghanistan an. Es handle sich um rund 1000 Soldaten aus der Luftlandedivision der sogenannten 82nd Airborne aus Fort Bragg, hiess es von einem Verteidigungsbeamten am Samstagnachmittag in Washington. Sie sollen unter anderem dabei helfen, das Botschaftspersonal aus Kabul zu evakuieren.

Damit sind rund 5000 US-Soldaten mit der Sicherung des Flughafens in Kabul sowie der Evakuierung des Botschaftspersonals und der afghanischen Hilfskräfte befasst. Dies sind zum einen 3000 Soldatinnen und Soldaten, deren Verlegung in der vergangenen Woche angekündigt wurde. Sie sollten im Laufe des Wochenendes ankommen und die rund 1000 Soldaten unterstützen, die schon vor Ort sind. Der Abzug der US-Soldaten aus Afghanistan solle aber ungeachtet dessen bis 31. August abgeschlossen werden, heisst es seitens der USA.

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(DPA/roy)

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