Jede ist gefährdet: Bieber-Fieber ist ansteckender als Masern
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Jede ist gefährdetBieber-Fieber ist ansteckender als Masern

Justin Bieber macht aus Pubertierenden Kreischmonster. Mathematiker haben errechnet, dass das Phänomen ansteckender ist als die Masern. Es droht eine epische Epidemie.

von
phi

Wenn der junge Sänger Justin irgendwo erscheint, grassiert das Bieber-Fieber. Es macht aus normalen Teenagern – sofern der Begriff kein Widerspruch ist – besinnungslose Heulbojen, die nichts auf der Welt weniger anzweifeln, als dass ihr Leben ohne den 18-Jährigen nichts mehr wert sei. Aus kleinen Mädchen werden kreischende Monster, aus harmlosen Fans heulende Fanatikerinnen, aus Töchter aus gutem Hause hemmungslose Trampel.

Ansteckender als Masern

Zwei Mathematiker der Universität Ottawa wollen nun herausgefunden haben, wie ansteckend dieses Bieber-Fieber wirklich ist. Valerie Tweedle und Robert J. Smith? (Ja, sein Name schreibt sich mit einem Fragezeichen) haben ein Standard-Rechenmodell aus der Epidemiologie benutzt, das sich SIP-Modell nennt. Die Patienten werden dabei in drei Gruppen aufgeteilt: suspectible (empfänglich), infected (infiziert) und recovered (genesen). Normale Infektionen verlaufen linear von der ersten zur letzten Gruppe.

Wen das Bieber-Fieber erfasst, kann durch Langeweile oder negative Berichterstattung davon genesen, so die Autoren. Das Heimtückische sei jedoch, dass die Betroffenen wieder empfänglich werden könnten, wenn sie Gutes über den Sänger lesen oder mit anderen Infizierten in Kontakt kommen. Ein Rechenmodell mit 2000 Personen und unterschiedlichen Parametern in Sachen Langeweile, positive- und negative Berichterstattung ergab, dass das Virus quasi selbsterhaltend sei. Am ansteckendsten sei das Bieber-Fieber sei, wenn es langsam verbrenne.

Don't shoot the messenger!

Das US-Magazin «The Atlantic» hat jedoch schon einen Denkfehler in dem Rechenmodell ausgemacht. Allerdings keinen, der Bieber-Fans gefallen wird. Negative Berichterstattung über den Mädchenschwarm kann nämlich eine gegenteilige Wirkung haben, wie sie die Studie beschreibt. Sie führt eher zur Mobilisierung der Betroffenen, die das Fieber so noch anheizt. Tatsächlich deckt sich das auch mit Erfahrungen bei «20 Minuten Online», wie im Duktus des einen oder anderen Artikels zu bemerken ist.

Falls Sie etwa erkrankt sind, liebe Leserin, und diese Diagnose nicht leiden können, falls Sie schon vor Wut Schaum vor dem Mund haben und nur darauf warten, im untenstehenden Talkback dem Schreiber dieser Zeilen mal tüchtig den Marsch zu blasen, kann ich nur entgegnen: Don't shoot the messenger! Und werden Sie gesund!

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