Belieber-Gekreische: Bieber legt sich mit seinen Fans an
Publiziert

Belieber-GekreischeBieber legt sich mit seinen Fans an

Popstar Bieber ärgert sich mal wieder grün und blau über seine Fans. Ein Experte beurteilt den sich zuspitzenden Konflikt zwischen Justin und den Beliebers.

von
Andreas Hauri

Kommunikationsexperte Ferris Bühler analysiert den jüngsten Eklat rund um Justin Bieber. (Quelle: 20 Minuten)

Aus Ärger verliess er kurzzeitig die Bühne — schon wieder. Justin Bieber kann es offenbar nicht ertragen, wenn seine Fans sich während der Pausen zwischen den Songs die Hälse heiser kreischen, dass es wehtut.

So auch letzten Sonntag, als Bieber an einem Konzert in Manchester seine Fans entnervt darum bat, das Kreischen und Johlen doch bitte sein zu lassen, während er zu ihnen spreche. Die Antwort kam postwendend, und zwar in Form von Buhrufen. So laut, das der arme Justin sein Mikrofon zu Boden warf und wortlos von der Bühne ging.

Nur wenig später kehrt Biebs wieder auf die Bühne der nunmehr tosenden Manchester Arena zurück und versucht zu klären: «Ich fühle, dass ich mit euch eine Verbindung haben will. Der Grund für die Nicht-Schreien-Sache ist, dass ich euch in die Augen schauen möchte und wissen will, dass wir eine Verbindung haben.» Das Konzert geht im Übrigen weiter, allerdings farblos und ohne dass der Teenieschwarm nochmals das Wort an seine Fans richtet. Es war Justins drittes Manchester-Konzert in Folge an jenem Sonntagabend. Und das 94. seit letztem März. Die Nerven liegen offenbar blank. Geht dem Bieber etwa die Puste aus?

Will Bieber ernster genommen werden?

Die Aussetzer des Popstars häufen sich in letzter Zeit. Unvergessen die Aktion, als Justin seinen Instagram-Account mit 77 Millionen Followern sperrte, weil Fans nicht aufhören wollten, ein Mädel an seiner Seite wüst zu beschimpfen. Die Vorfälle zeigen: Es herrscht Eiszeit zwischen Justin und den Beliebers.

Laut Kommunikations-Experte Ferris Bühler ist Biebers Fan-Problem tief verwurzelt: «Seit Teenager-Tagen steht er als Popstar im Licht der Öffentlichkeit. Die enge Beziehung mit seinen Fans spielte sich schon zu Beginn seiner Karriere auf relativ persönlicher Ebene ab. Mittlerweile ist daraus eine Fan-Liebe, wenn nicht gar eine Obsession entstanden, wie die klare Erwartungshaltung seiner Anhänger zeigt.»

Ob Bieber nun ernster genommen werden will oder nicht, ist daher sekundär. Wie Bühler betont, «muss Justin dieses Spiel mitspielen». Die Fans erziehen und belehren zu wollen, provoziere nur negative Reaktionen. «Eine Auflehnung gegen seine Anhänger würde dann auch weitere Enttäuschungen und Shitstorms nach sich ziehen.» Biebs kann dabei also nur verlieren, wenn nicht gar menschlich daran zerbrechen.

«Dafür haben die Leute nicht bezahlt»

Interessant findet Bühler indes, dass Bieber überhaupt versucht, zu kommunizieren, nur halt an der falschen Stelle: «Ein Rockstar hätte sich in Drogen und Alkohol gestürzt, so ein Typ ist Bieber nicht.» Trotzdem: «Er sollte versuchen, via Medien mit seiner Gefolgschaft zu sprechen. Auf der Bühne macht das keinen Sinn. Dafür haben die Leute nicht bezahlt.»

Den Vorwurf der Undankbarkeit vonseiten der Fans will Bühler ebenfalls so nicht stehen lassen. «Es sind seine Anhänger, die ihn gross gemacht haben. Das darf Bieber nicht vergessen.»

Bühler rät: «Justin Bieber sollte sich eine Auszeit nehmen.Wenn er weitermacht wie bisher, besteht die Gefahr, dass er einen grossen Teil seiner Anhänger verliert. Das kann nicht in seinem Interesse sein.»

Nicht alle Fans sind gegen Bieber

Kein gutes Haar scheinen sie aneinander zu lassen, der Popstar und seine Beliebers. Das stimmt nicht ganz: Die 16-jährige Schweizerin Fiona war mit ihren Freundinnen am Bieber-Konzert von Manchester mit dabei und beobachtete die Situation im randvoll gefüllten Stadion mit grosser Sorge. «Es war für mich ein Moment zum Fremdschämen.» Die Reaktion der Fans zeuge von fehlendem Respekt und einer schlechten Kinderstube. Fiona und ihre Freundinnen hätten nämlich gerne gehört, was ihr grosses Idol zu sagen hatte. Die Beliebers hätten damit eine grosse Chance verpasst.

Deine Meinung