Sozialhilfe-Zahlen: Biel bleibt das Armenhaus der Schweiz
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Sozialhilfe-ZahlenBiel bleibt das Armenhaus der Schweiz

Die Zahlen der Sozialhilfebezüger in Schweizer Städten steigen weiter an. Biel und Lausanne bezahlen dabei am meisten. Erstaunlich hoch ist der Anteil von Jugendlichen.

von
aeg

Der Negativ-Trend geht weiter: 13 Schweizer Städte mussten letztes Jahr für 1 Prozent mehr Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger aufkommen. Die Unterschiede sind jedoch gross. Sieben Städte verzeichneten steigende Fallzahlen, in sechs gab es kaum zusätzliche Fälle.

Biel und Lausanne richten nach wie vor am meisten Sozialhilfe aus. Damit bestätigte sich 2011 die Trendwende, die ein Jahr zuvor eingesetzt hatte: Nach mehreren Jahren mit sinkenden Quoten mussten die grossen Schweizer Städte wieder mehr Sozialhilfeleistungen zahlen. Dies zeigt die am Dienstag publizierte Statistik der Städteinitiative Sozialpolitik.

Ab 2006 konnten die Sozialämter mit positiven Schlagzeilen aufwarten: Jahr für Jahr waren in den Städten weniger Menschen von der Sozialhilfe abhängig. Die Unterschiede waren dabei aber beträchtlich. Während die Sozialhilfequote im Jahr 2010 in Biel bei 10,9 Prozent lag, betrug sie in Uster nur gerade 1,7 Prozent.

Zwischen 26 und 35 Prozent sind Jugendliche

Nun steigen die Fälle also seit zwei Jahren wieder. Weiterhin sind vor allem Alleinstehende mit tiefem Bildungsniveau und alleinerziehende Eltern auf Unterstützung angewiesen. In Biel bezogen über 46 Prozent der Haushalte mit nur einem Elternteil Sozialhilfe, in Lausanne war es ein Drittel. Auch Jugend ist ein Armutsrisiko: Je nach Stadt waren zwischen 26 und 35 Prozent der unterstützten Personen weniger als 18 Jahre alt.

Wegen der guten Konjunktur hatte die Revision der Arbeitslosenversicherung, die seit April letzten Jahres in Kraft ist, geringere Auswirkungen als erwartet. Gemäss der Städteinitiative stehen zwischen 5 und 15 Prozent der neuen Fälle im Zusammenhang mit der Gesetzesänderung. (aeg/sda)

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