Sicherheit: Biel führt einen Ordnungsdienst ein
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SicherheitBiel führt einen Ordnungsdienst ein

Vandalismus, Ruhestörungen und Belästigungen haben in Biel zugenommen. Jetzt schickt die Stadt versuchsweise Patrouillen für Sicherheit, Intervention und Prävention auf die Strasse.

Dabei stehen 300 Stellenprozente, aufgeteilt auf fünf Personen, zur Verfügung. Die SIP kämen vor allem abends und am Wochenende zum Einsatz, sagte André Glauser, Leiter Öffentliche Sicherheit und Bevölkerung sowie Sicherheitsdelegierter der Stadt Biel, vor den Medien. Ziel sei es, die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden zu verbessern.

Auf anständiges Verhalten pochen

Die SIP fordern laut Konzept dazu auf, die Verhaltensregeln im öffentlichen Raum einzuhalten. Sie schalten sich ein, wenn Verhaltensweisen massgeblich störend, beunruhigend oder bedrohlich wirken.

Damit füllten die SIP eine Lücke zwischen der Polizei, welche gegen Gesetzesverstösse einschreiten müsse, und der Strassen- Sozialarbeit, welche Leuten mit Problemen helfe, erklärte Glauser. Bei Bedarf stellten sie den Kontakt zu spezialisierten Institutionen her. Die Zusammenarbeit sei abgesprochen.

Sicherheitsdirektorin Barbara Schwickert wies darauf hin, dass es zu den Zielen des Gemeinderates gehöre, den angstfreien Aufenthalt im öffentlichen Raum zu fördern. Dabei setze die Exekutive auf die präventive und deeskalierende Wirkung der niederschwelligen Interventionseinheiten.

Solche gibt es bereits in mehreren anderen Schweizer Städten, so in Zürich, Basel und Bern. Biel richtet sich vor allem nach dem Vorbild von Luzern, wo SIP-Teams seit fünf Jahren erfolgreich im Einsatz sind.

Deren Leiter, Anton Häfliger, berichtete, obschon dreimal mehr Leute im Ausgang seien als früher, habe die Zahl der Delikte nur leicht zugenommen.

Mit Pfefferspray unterwegs

Die Stadt Biel rechnet mit jährlichen Kosten von gut einer Viertelmillion Franken. Die Mitarbeiter erhalten eine Uniform auf deren Hemd und Jacke deutlich SIP zu lesen ist. Sie sind mit einem Mobiltelefon ausgerüstet und führen zur Selbstverteidigung einen Pfefferspray mit sich.

Die Einführung der SIP ist eine Reaktion darauf, dass in Biel in den letzten Jahren Vandalismus, Ruhestörungen und Belästigungen zugenommen haben. Nach der zweijährigen Versuchsphase wird die Stadt prüfen, ob die angestrebten Ziele erreicht worden sind. (sda)

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