National League A: Biel wie die SCL Tigers in der letzten Saison?
Aktualisiert

National League ABiel wie die SCL Tigers in der letzten Saison?

Wer im Bernbiet NLA-Playoffs spielen will, muss die Derbys gewinnen. Biel hat diese Saison in allen drei bisherigen Derbys triumphiert.

von
Klaus Zaugg
Die Bieler freuen sich über ein Tor, SCB-Goalie Marco Bührer musste sich geschlagen geben.

Die Bieler freuen sich über ein Tor, SCB-Goalie Marco Bührer musste sich geschlagen geben.

Die Bieler siegten erstmals seit dem Wiederaufstieg in Bern (2:1 n.P.), sie gewannen in Langnau (3:2) und nun haben sie den SC Bern auch zu Hause 3:2 vom Eis gearbeitet. Im Wesen und Wirken mahnen die Seeländer an die SCL Tigers der letzte Saison. Die Langnauer erlebten mit den ersten NLA-Playoffs ihrer Geschichte ein Hockeywunder. Und die Ausgangslage waren auch Derby-Siege – unter anderem ein Triumph (2:1 n.P.) in Bern.

Der wichtigste Einzelspieler der Bieler Mannschaft ist – wie in der letzten Saison bei den SCL Tigers – der Torhüter. Der coole Blocker Reto Berra (24) spielt zwar noch nicht so konstant wie etwa der gleichaltrige Leonardo Genoni in Davos. Aber er ist jetzt dazu in der Lage, einzelne Spiele für Biel zu gewinnen. So wie Benjamin Conz (20) letzte Saison für Langnau Siege «gestohlen» hat. Berra machte beim 3:2 am Samstag gegen den SC Bern die Differenz.

Wenn die Bieler die Playoffs schaffen wollen, dann sind sie auch darauf angewiesen, dass einzelne Spieler über sich hinauswachsen. Biels Trainer Kevin Schläpfer hat, ähnlich wie John Fust in Langnau, ein gutes Gespür für «Desperados»: Für Spieler, die an anderen Orten falsch eingeschätzt worden oder aus irgendeinem Grund nicht glücklich geworden sind.

Kparghais Tor als gutes Omen

Ein solcher »Desperado» hatte beim 3:2 gegen den SC Bern einen grossen Auftritt. Eishockey ist ein unberechenbares Spiel das zudem auf einer rutschigen Unterlage ausgetragen wird. Und doch gibt es ein paar Gesetze, auf die wir uns verlassen können. Beispielsweise gewinnt Biel immer, wenn Clarence Kparghai (26) trifft.

Das ist allerdings selten der Fall. Beim samstäglichen Derby erzielte der im Stadtberner Quartier Breitenrain aufgewachsene Verteidiger mit liberianischen Wurzeln sein drittes NLA-Tor. Die zwei ersten hatte er letzte Saison bei Siegen gegen Servette und Ambri gebucht.

Gegen den SCB traf der ehemalige SCB-Junior, den die Teamkollegen wegen des schwierig auszusprechenden Namens «Campari» rufen, nach einem Sturmlauf auf der Aussenbahn zum 2:1. Am Ende gewann, wie es das Gesetz will, der EHC Biel. Kevin Schläpfer, damals Sportchef, hat Kparghai im Frühjahr 2008 für den NLB-Aufstiegskampf aus Olten geholt.

Der EHC Biel also wie die SCL Tigers in der letzten Saison? Wenn die Hockeygötter gnädig sind und die Bieler Schlüsselspieler von Verletzungen verschonen und wenn die Bieler in entscheidenden Phasen ein bisschen Glück haben, dann ist es möglich, dass sie die Playoffs erreichen. Auf Kosten der ZSC Lions, Servettes oder … der SCL Tigers.

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