National League A: Biel zittert sich gegen die Flyers zum Sieg
Aktualisiert

National League ABiel zittert sich gegen die Flyers zum Sieg

Kevin Schläpfer siegt in Spiel 1 nach seiner Absage als Schweizer Nationaltrainer. Die Seeländer besiegen zuhause die Kloten Flyers 3:2.

Am Tag nach dem Ende des Theaters um Trainer Kevin Schläpfer gelingt dem EHC Biel eine starke Reaktion. Die Seeländer besiegen die Kloten Flyers 3:2. Während des dreiwöchigen Flirts des Eishockeyverbandes mit dem Bieler «Hockey-Gott» Schläpfer hatte der EHC in sieben Spielen von 21 möglichen Punkten bloss zwei gewonnen. Gegenüber diesen sieben Partien steigerten sich die Bieler deutlich. Ausserdem profitierte Biel von einem günstigen Spielverlauf. Es ging nach 101 Sekunden durch den kanadischen Debütanten Maxime Macenauer in Führung und verteidigte den Vorsprung mit Ausnahme von fünf Sekunden in der 8. Minute erfolgreich.

In dieser achten Minute glich zuerst Franco Collenberg in Unterzahl für Kloten zum 1:1 aus. Danach benötigte Daniel Steiner aber bloss fünf Sekunden, um nach dem Bully auf das Klotener Goal loszustürmen und Biel wieder in Führung zu bringen. Nur zweimal fielen in der NLA zwei Goals noch schneller: Am 14.9.2007 verstrichen bei Bern - ZSC (1:3) lediglich vier Sekunden zwischen Bordeleaus Anschlusstor (1:2) und Gardners Siegsicherung (1:3). Damals traf Gardner aber ins leere Berner Goal. Am 7.1.1988 fielen in der Partie Zug - Fribourg (5:5) nach elf Minuten innerhalb von vier Sekunden durch Gil Montandon für Fribourg (3:0) und Konstantin Stoffel für Zug (3:1) zwei «normale» Treffer.

Absturz von Lugano geht ungebremst weiter

Die Tessiner verloren in Zug hoch 1:5. Der Finne Jarkko Immonen traf doppelt. Wenns nicht läuft, kommt auch noch Pech dazu. Im Mitteldrittel drückte der HC Lugano in Zug auf den 1:2-Anschlusstreffer. Gregory Hofmann verpasste eine gute Möglichkeit (28.), Tobias Stephan im EVZ-Tor rettete im extremis gegen Fredrik Pettersson (28.) – und nochmals Hofmann scheiterte am Pfosten (30.). Stattdessen schlugen Jarkko Immonen mit einem abgelenkten Schuss und PostFinance-Topskorer Pierre-Marc Bouchard innerhalb von 19 Sekunden mit dem 3:0 und 4:0 zu. Damit war die vierte Niederlage in Serie und der Fall der stolzen Luganesi ans Tabellenende besiegelt.

Schlusslicht Langnau bezwingt den SC Bern

Nach der miserablen Vorstellung am Vorabend in Genf (0:4) zeigten die SCL Tigers im Derby gegen Bern am Freitagabend ihr Sonntagsgesicht. Die Langnauer schlugen Bern nach einem 0:2-Rückstand mit 4:2. Nach 120 Sekunden schien die Partie schon vorentschieden. Bern führte durch Tore von Martin Plüss und Ramon Untersander innerhalb von 52 Sekunden 2:0. Langnaus Goalie Damiano Ciaccio, der schon in der Partie gegen Servette schwach gespielt hatte, musste wiederum das erste Gegentor auf seine Kappe nehmen.

Das Handicap der SCL Tigers gegen den grossen SCB, der den ersten Vergleich in dieser Saison mit 7:1 Toren und 51:18 Schüssen klar dominiert hatte, schien schon viel zu gross. Doch das frühe Timeout, das Trainer Benoit Laporte einzog, bewirkte ein Wunder. Damiano Ciaccio wurde am Ende als grosser Emmentaler Held gefeiert. Ciaccio wehrte in den verbleibenden 58 Minuten 39 Schüsse ab und liess sich kein weiteres Mal mehr bezwingen.

Achter Heimsieg für Fribourg

Leader Fribourg-Gottéron entschied auch das zweite Spiel dieser Saison gegen Meister Davos für sich. In einer ungemein schnellen und intensiven Partie gewannen die Freiburger 4:2. Die beiden Teams enttäuschten die gut 6000 Fans nicht. Die beiden HCD-Ausländer Devin Setoguchi (4.) und Dick Axelsson (31.) brachten die Bündner zweimal in Führung, doch im letzten Drittel drehten die formstarken Freiburger die Partie mit drei Toren und feierten so den achten Sieg im achten Heimspiel.

Der Sieg Gottérons war letztlich glücklich. Zum einen fiel das Salminen zugeschriebene 3:2 gut drei Minuten vor Schluss, als Verteidiger Guerra die Hereingabe ins eigene Tor ablenkte und so den einmal mehr sehr starken Goalie Leonardo Genoni düpierte. Danach kam HCD-Coach Arno Del Curto nicht einmal dazu, Genoni für einen Schlussspurt zu ersetzen. 28 Sekunden vor Schluss entwischte der schnelle Greg Mauldin und bezwang den Davoser Keeper zum 4:2.

Duo Matthews/Nilsson schiesst ZSC zum Sieg

Lausanne-Goalie Cristobal Huet wehrte sich fast 65 Minuten nach Kräften, letztlich war er gegen die Genialität von Auston Matthews und Robert Nilsson aber machtlos. Die ZSC Lions gewannen beim 2:1 nach Verlängerung ihr fünftes Spiel in Serie.

Im Spiel der beiden starken Defensiven gab es wie erwartet nur wenige Tore. 22,9 Sekunden, bevor es in ein Penaltyschiessen gegangen wäre, entwischte Robert Nilsson mit einem Traumpass Blindenbachers und bezwang Huet sicher zum 2:1. Bereits am 1:1 in der 48. Minute war Nilsson beteiligt gewesen. Nach seinem sehenswerten Dribbling hatte er das Auge für den 18-jährigen Jungstar Auston Matthews, der eiskalt abschloss und sein neuntes Saisontor erzielte.

Ambris zweiter Streich

Vor einer Woche schien die Ära von Trainer Serge Pelletier in Ambri vor dem Ende. Nach dem zweiten 5:2-Sieg innerhalb von drei Tagen, diesmal im Heimspiel gegen Servette, sitzt Pelletier wieder fester im Sattel. Das Schlussresultat von 5:2 widerspiegelt den Spielverlauf nicht gut. Die Partie stand bis zuletzt auf der Kippe. Erst in den letzten zwei Minuten kam Ambri-Piotta durch Thibaut Monnet (4:2) und Mikko Mäenpää (5:2) mit zwei Schüssen ins leere Tor noch zum komfortablen Sieg. Zuvor hatte Servette mit Vehemenz auf den Ausgleich gedrückt. Das Schussverhältnis im Schlussabschnitt lautete 16:8 für Genf.

Biel - Kloten Flyers 3:2 (3:1, 0:0, 0:1)

5519 Zuschauer. – SR Eichmann/Mollard, Fluri/Pitton.

Tore: 2. Macenauer (Dave Sutter, Tschantré) 1:0. 8. (7:26) Collenberg (Santala/Ausschluss Casutt!) 1:1. 8. (7:31) Daniel Steiner (Ausschluss Casutt) 2:1. 18. Jecker (Olausson) 3:1. 50. Frick (Sheppard) 3:2.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Biel, 7mal 2 Minuten gegen Kloten Flyers.

PostFinance-Topskorer: Arlbrandt; Kolarik.

Biel: Meili; Nicholas Steiner, Jelovac; Jecker, Wellinger; Dave Sutter, Huguenin; Fey, Maurer; Joggi, Wetzel, Tschantré; Fabian Lüthi, Fabian Sutter, Daniel Steiner; Stapleton, Olausson, Herburger; Arlbrandt, Macenauer, Ehrensperger.

Kloten Flyers: Martin Gerber; Frick, von Gunten; Harlacher, Erik Gustafsson; Stoop, Collenberg; Studer, Schelling; Praplan, Santala, Hollenstein; Kolarik, Sheppard, Bieber; Casutt, Kellenberger, Leone; Romano Lemm, Liniger, Hartmann.

Bemerkungen: Biel ohne Berthon, Gaetan Haas und Spylo, Kloten Flyers ohne Back, Boltshauser, Guggisberg, Hasani, Obrist und Olver (alle verletzt). Bieber scheitert mit Penalty an Meili (46.). Timeout Kloten Flyers (58:59).

Zug - Lugano 5:1 (2:0, 3:0, 0:1)

6626 Zuschauer. – SR Erard/Wiegand, Kovacs/Mauron.

Tore: 5. (4:47) Lammer (Suri/Ausschluss Martensson) 1:0. 6. (5:59) Immonen (Bouchard, Schlumpf) 2:0. 35. (34:22) Immonen (Ramholt) 3:0. 35. (34:41) Bouchard (Lammer, Immonen) 4:0. 39. Morant (Thibaudeau) 5:0. 48. Morini (Kparghai) 5:1.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Zug, 7mal 2 Minuten gegen Lugano.

PostFinance-Topskorer: Bouchard; Brunner.

Zug: Stephan; Ramholt, Grossmann; Schlumpf, Sondell; Morant, Alatalo; Blaser, Erni; Lammer, Immonen, Bouchard; Martschini, Holden, Suri; Zangger, Senteler, Bürgler; Thibaudeau, Diem, Schnyder.

Lugano: Manzato; Hirschi, Kparghai; Ulmer, Furrer; Chiesa, Vauclair; Kienzle, Sartori; Brunner, Sannitz, Bertaggia; Walker, Martensson, Klasen; Hofmann, Steinmann, Pettersson; Kostner, Morini, Reuille.

Bemerkungen: Zug ohne Lüthi (verletzt), Lugano ohne Filppula (private Gründe). 25. Timeout Lugano. 30. Pfostenschuss Hofmann. Diem am Ende des 1. Drittels verletzt ausgeschieden.

Ambri-Piotta - Genf-Servette 5:2 (1:1, 1:1, 3:0)

5080 Zuschauer. – SR Prugger/Vinnerborg, Kaderli/Obwegeser.

Tore: 7. Monnet (Lhotak) 1:0. 16. Fransson (Kast/Ausschluss Birbaum) 1:1. 28. Jacquemet (Mercier) 1:2. 38. Pestoni (Ausschlüsse Kast; Chavaillaz) 2:2. 42. Lauper 3:2. 59. (58:01) Monnet (Mäenpää) 4:2 (ins leere Tor). 59. (58:59) Mäenpää 5:2 (ins leere Tor).

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 2mal 2 Minuten gegen Genf-Servette.

PostFinance-Topskorer: Emmerton; Fransson.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Birbaum, Mäenpää; Fora, Zgraggen; Trunz, Chavaillaz; Sven Berger; Pestoni, Hamill, Giroux; Lhotak, Emmerton, Monnet; Grassi, Bastl, Lauper; Duca, Fuchs, Elias Bianchi; Oliver Kamber.

Genf-Servette: Robert Mayer; Loeffel, Mercier; Eliot Antonietti, Fransson; Iglesias, Bezina; Riat, Tom Pyatt, Rod; Jérémy Wick, Slater, Jacquemet; D'Agostini, Romy, Pedretti; Douay, Kast, Roland Gerber; Rubin.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Gautschi (krank), Flückiger, Hall, Sidler und Stucki, Genf-Servette ohne Almond, Bays, Lombardi, Picard, Traber und Vukovic (alle verletzt). Timeouts: Ambri-Piotta (58.); Genf-Servette (59.).

Fribourg-Gottéron - Davos 4:2 (1:1, 0:1, 3:0)

6173 Zuschauer. – SR Fonselius (Fi)/Stricker, Bürgi, Huggenberger.

Tore: 4. Setoguchi (Axelsson) 0:1. 17. Sprunger (Bykow, Salminen) 1:1. 31. Axelsson (Forster, Genoni/Ausschluss Ngoy) 1:2. 47. Sprunger (Bykow, Salminen) 2:2. 57. Salminen 3:2 (Eigentor Guerra). 60. (59:32) Mauldin 4:2.

Strafen: 3mal 2 Min. gegen Fribourg, 5mal 2 plus 10 (Schneeberger) Minuten gegen Davos.

PostFinance-Topskorer: Bykow; Lindgren.

Fribourg-Gottéron: Conz; Kamerzin, Ngoy; Rathgeb, Picard; Maret, Schilt; Camperchioli; Neukom, Gardner, Plüss; Mauldin, Schmutz, Mottet; Sprunger, Bykow, Salminen; Fritsche, Rivera, Vauclair.

Davos: Genoni; Du Bois, Guerra; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Brejcak, Jung; Sciaroni, Ambühl, Dino Wieser; Setoguchi, Lindgren, Axelsson; Marc Wieser, Walser, Sieber; Simion Aeschlimann, Jörg.

Bemerkungen: Fribourg ohne Pouliot (gesperrt), Abplanalp, Loichat und Pivron, Davos ohne Corvi, Kindschi, Ryser und Paulsson (alle verletzt). 23. Pfostenschuss Sprunger. 57. Timeout Davos.

Lausanne - ZSC Lions 1:2 (1:0, 0:0, 0:1, 0:1) n.V.

6447 Zuschauer. – SR Fischer/Massy, Peter Küng/Progin.

Tore: 9. Pesonen (Miéville, Louhivaara) 1:0. 48. Matthews (Nilsson) 1:1. 65. (64:38) Nilsson (Blindenbacher, Seger) 1:2.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Lausanne, 3mal 2 Minuten gegen ZSC Lions.

PostFinance-Topskorer: Danielsson; Matthews.

Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Genazzi, Rytz; Trutmann, Stalder; Nodari, Lardi; Danielsson, Hytönen, Froidevaux; Louhivaara, Miéville, Pesonen; Walsky, Conz, Déruns; Antonietti, Savary, Augsburger.

ZSC Lions: Schlegel; Blindenbacher, Siegenthaler; Geering, Bergeron; Phil Baltisberger, Seger; Hächler; Künzle, Suter, Wick; Keller, Shannon, Cunti; Nilsson, Matthews, Herzog; Bärtschi, Trachsler, Schäppi; Jan Neuenschwander.

Bemerkungen: Lausanne ohne Bang, Jannik Fischer und Herren, ZSC Lions ohne Flüeler, Chris Baltisberger, Schnyder, Karrer und Fritsche (alle verletzt). 29. Rytz verletzt ausgeschieden. 61. Timeout ZSC Lions.

SCL Tigers - Bern 4:2 (1:2, 2:0, 1:0)

6000 Zuschauer (ausverkauft). – SR Kurmann/Wehrli, Abegglen/Tscherrig.

Tore: 2. (1:08) Martin Plüss (Untersander, Bodenmann) 0:1. 2. (2:00) Untersander (Conacher) 0:2. 13. Schirjajew (Lukas Haas) 1:2. 22. Hecquefeuille (Sandro Moggi, Nüssli) 2:2. 38. Nils Berger (DiDomenico) 3:2. 60. (59:49) Sandro Moggi (DiDomenico) 4:2 (ins leere Tor).

Strafen: je 4mal 2 Minuten.

PostFinance-Topskorer: DiDomenico; Conacher.

Langnau: Ciaccio; Yves Müller, Koistinen; Hecquefeuille, Kim Lindemann; Weisskopf, Ronchetti; Gossweiler; Clark, DiDomenico, Tobias Bucher; Sandro Moggi, Anton Gustafsson, Nüssli; Lukas Haas, Schirjajew, Sven Lindemann; Wyss, Nils Berger, Adrian Gerber; Tom Gerber.

Bern: Bührer; Beat Gerber, Jobin; Helbling, Untersander; Kreis, Blum; Flurin Randegger; Alain Berger, Pascal Berger, Reichert; Bodenmann, Martin Plüss, Simon Moser; Conacher, Smith, Ruefenacht; Bergenheim, Derek Roy, Scherwey; Luca Hischier.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Deny Bärtschi, Currit, Claudio Moggi, Jordy Murray, Stettler, Zryd (alle verletzt) und Albrecht (gesperrt), Bern ohne Kobasew, Krueger und Marco Müller (alle verletzt). Timeout SCL Tigers (2:00). (si)

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