Schutz vor Gewalt: Bieler Mädchenhaus sucht Geldgeber
Aktualisiert

Schutz vor GewaltBieler Mädchenhaus sucht Geldgeber

In Biel sollen Mädchen Schutz vor Missbrauch und Gewalt finden. Für die Realisierung eines Mädchenhauses fehlt aber das Geld.

von
Mira Weingartner
«Gewalt gegen Mädchen existiert in unserer Gesellschaft.»

«Gewalt gegen Mädchen existiert in unserer Gesellschaft.»

Im bisher schweizweit einzigen Mädchenhaus in Zürich mit sieben Betten und einem Notfallbett finden minderjährige Gewaltopfer Zuflucht. Institutionen, insbesondere die Frauenhäuser, weisen aber auf die Notwendigkeit eines weiteren Mädchenhauses hin: So soll auch in der zweisprachigen Stadt Biel ein Schlupfloch für 14- bis 20-jährige Mädchen entstehen. Der Verein «MädchenHouse des Filles» will dort weiblichen Teenagern weiteren Schutz vor sexueller, physischer und psychischer Gewalt bieten. «Wenn sich Mädchen und junge Frauen für ein Leben ohne Gewalt entscheiden, sollen sie die Unterstützung erhalten, die sie benötigen», sagt Melanie Hiltbrand, Co-Präsidentin des Vereins. Sie selbst war einst im Zürcher Mädchenhaus tätig und weiss: «Gewalt an Mädchen existiert in unserer Gesellschaft.»

Haus bleibt geheim

Die Bieler halten sich an das bereits bestehende Zürcher Konzept: Innert maximal drei Monaten will man gemeinsam mit den jungen Bewohnerinnen neue Perspektiven für die Zukunft suchen. Betreut werden die teils traumatisierten Mädchen dabei rund um die Uhr. Der Standort des Hauses bleibt zudem geheim. Nur die Kindesschutzbehörde soll mit den Eltern der Schutzsuchenden Kontakt aufnehmen. Denn: «Mädchen und junge Frauen sind in erster Linie Opfer ihrer Eltern», so Hiltbrand.

Geldgeber fehlen

Diese intensive Fürsorge ist mit hohen Kosten verbunden: 1,2 Millionen Franken sind für ein Betriebsjahr budgetiert. Bei den Investitionskosten wird mit einer halben Million Franken gerechnet. «Die hohen Kosten schrecken potenzielle Geldgeber ab», sagt Hiltbrand. Weder der Kanton noch private Geldgeber würden momentan bei der Finanzierung helfen. Für diese hohe Summe bräuchte es die Zustimmung des bernischen Grossen Rates. «Wir müssen dabei sehr vorsichtig sein, ein Nein seinerseits wäre das Aus für uns», so Hildbrand. Auch wird derweil nach einer geeigneten Liegenschaft und weiteren Mitwirkenden gesucht – bis anhin ohne Erfolg.

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