Aktualisiert 17.03.2004 21:00

Bieler Schule will Kiffer zum Urin-Test schicken

Drastische Massnahme im Kampf gegen Kiffer: Wer in der Bieler Oberstufe Rittermatte öfters verladen zur Schule erscheint, soll zur Urinprobe.

«Die Kinder müssen wissen: Kiffen wird bei uns nicht toleriert», sagt Michèle Häni, Ko-Schulleiterin Oberstufe Rittermatte. 14- bis 16-jährige Schüler, die immer wieder bekifft im Unterricht hängen, müssen mit ihren Eltern zu einem Beratungsgespräch antraben und einen Vertrag unterschreiben. Inhalt dieses Vertrags: Der Schüler darf nicht mehr kiffen und muss zur Kontrolle zum Urintest.

Wenn Eltern und Schüler sich weigern, müssen die Eltern schriftlich bestätigen, dass sie für die schulischen Probleme ihres kiffenden Nachwuchses selbst verantwortlich sind. «Bis jetzt ist das aber noch nie vorgekommen», sagt Michèle Häni. «Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht.»

Völlig gegen Urintests ist Christian Schranz, Schulleiter Kreis Bethlehem. «Vertrauen ist das Wichtigste: Mit solchen Kontrollen zerstören wir es.» In Bethlehem will man mit den Kindern über Probleme reden. «Repression ist eines der schlechtesten Mittel», so Schranz. «Langfristig zeigt sie sicher keinen Erfolg».

Auch die Experten der Schweizerischen Drogenfachstelle SFA beurteilen die Tests kritisch. Janine Messerli: «Die sind weder zuverlässig noch schrecken sie ab.»

Andrea Abbühl

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