Aktualisiert 11.08.2007 09:15

Bielersee: Feuerwehren auf «Standby»

Die Situation im Hochwassergebiet am Bielersee entspannt sich nur zögerlich. Der Seepegel ist auf sehr hohem Niveau stabil. Zahlreiche Häuser sind nach wie vor überflutet und entlang des Sees sind immer noch Gemeinden ohne Strom.

Der hohe Seespiegel verhindere, dass die Einsatzkräfte grossräumig Pumpaktionen durchführen könnten, sagte der Nidauer Regierungsstatthalter Werner Könitzer am Samstag auf Anfrage. Dazu müsse der Seespiegel noch zirka zehn bis zwanzig Zentimeter sinken. Die Feuerwehren seien auf «Standby» und beobachteten die Lage.

Bis der See genügend sinkt, könnte es aber noch etwas dauern. Wenn sich die Seestände am Bieler und Neuenburgersee angenähert haben, fliesst nämlich auch wieder Wasser aus dem Neuenburgersee durch den Zihlkanal in den Bielersee. Dies wird das Absinken des Bielerseepegels deutlich verlangsamen, wie Könitzer ausführte.

Noch Tage bis zur Normalisierung

Entlang des Sees sind nach wie vor verschiedene Gemeinden ohne Strom. Er rechne damit, dass man frühestens am Montag die Elektrizitätseinrichtungen überprüfen und reinigen könne, erklärte der Nidauer Regierungsstatthalter.

«Es wird sicher noch einige Tage dauern, bis wir wieder von einer einigermassen normalen Situation sprechen können», sagte Könizer. Er schätzt, dass in der Region mindestens 600 Gebäude überflutet sind, der grösste Teil davon stehe noch unter Wasser.

Bund macht Druck

Entspannt hat sich die Lage am Hagneckkanal, wo man am Donnerstag fürchtete, der Damm könnte brechen. Man wisse seit 2005, dass der Kanal saniert werden müsse, sagte Könitzer. Derzeit sei das Projekt in der Grobplanung. Bis Ende Jahr sollen zwei Varianten vorliegen, die den Ingenieuren dann zur Detailplanung übergeben würden. Bestenfalls könne mit der Sanierung 2010 begonnen werden.

Könitzer begrüsste die Forderung des Bundes, die veralteten Kanäle in der Schweiz, darunter der Hagneckkanal, seien zu sanieren. «Das hilft uns sehr, denn letztlich ist es auch eine Finanzierungsfrage», sagte Könitzer. Der Kanton Bern alleine könne ein solches Projekt kaum finanzieren. (sda)

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