Kaum Frühlingshonig - Imker musste seine Bienen füttern, damit sie nicht verhungern
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Kaum FrühlingshonigImker musste seine Bienen füttern, damit sie nicht verhungern

Aufgrund des schlechten Wetters konnten Bienen diesen Frühling kaum umherfliegen, um den nötigen Nektar für die Blütenbestäubung zu sammeln. Die Frühlingsernte blieb fast aus, nun könnte es auch mit der Sommerernte knapp werden.

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Imker und Imkerinnen mussten dieses Jahr ihre Bienen selber füttern. 

Imker und Imkerinnen mussten dieses Jahr ihre Bienen selber füttern.

20min/Matthias Spicher
Die Bienen konnten diesen Frühling kaum umherfliegen, um Blütennektar zu sammeln. 

Die Bienen konnten diesen Frühling kaum umherfliegen, um Blütennektar zu sammeln.

20min/Matthias Spicher
Dass sie ihre Bienen selbst füttern mussten, sei sehr aussergewöhnlich. 

Dass sie ihre Bienen selbst füttern mussten, sei sehr aussergewöhnlich.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Das schlechte Wetter macht die Honigernte von Schweizer Imkern kaputt.

  • Der Frühlingshonig ist bereits knapp ausgefallen.

  • Gibt es nicht bald einen Wetterumschwung, könnte auch die Sommerernte ins Wasser fallen.

Viel Niederschlag, Feuchtigkeit und Kälte – der Frühling in der Schweiz war alles andere als frühlingshaft. Unter dem Regenwetter hatten besonders die Bienen zu leiden – und die Imker: «In diesem Jahr musste ich meine Bienen im Frühling sogar füttern, damit sie nicht verhungerten», erzählt Martin Schwegler vom Imkerverband Bienen Schweiz gegenüber «SRF».

Das sei sehr aussergewöhnlich, so Schwegler, der in Menznau LU imkert. «Beim Frühlingshonig gibt es heuer fast überall in der Deutschschweiz einen Totalausfall. Auch sonst rechne ich damit, dass in diesem Jahr der Schweizer Honig knapp wird.»

In wetterbeständigen Jahren wurde jeweils Ende Juni der beliebte Frühlingshonig der Schweizer Imker auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um den crèmigen, gelblichen Blütenhonig, der – wie es der Name besagt – von den Blüten stammt. Ende Saison, im August, können Imker dann den braunen Sommerhonig ernten.

Für die Bienen war es zu kalt und zu nass. «Sie konnten wegen des vielen Regens und der tiefen Temperaturen nicht fliegen. So sammelten sie zu wenig Nektar, um daraus Honig zu produzieren», so Schwegler.

Kaum Ausflug wegen schlechten Wetters

Bei Imker Remo Steiger blieb dieses Jahr der Frühlingshonig komplett aus. Seit sieben Jahren imkert er am Pfannenstiehl ZH. «Unsere Bienenvölker sind gut durch den Winter gekommen und wären im Frühling parat gewesen, Nektar zu sammeln. Leider konnten sie wegen des schlechten Wetters kaum ausfliegen.» Auch Steiger musste seine Bienen selbst füttern.

Da das Wetter auch im Sommer nicht viel besser wurde, könnte nun auch der Sommerhonig knapp ausfallen. «Die Gewitterstürme haben viele Pflanzen zerstört und den Nektar ausgewaschen», so Steiger.

Da Steigers Bienenstöcke etwas erhöht liegen, auf einem Hügel oberhalb des Greifensees ZH, könnte er doch noch ein wenig Sommerhonig ernten. «Weil wir am Pfannenstiel etwas erhöht sind, ernten wir erst Mitte August. Da bleibt meinen Bienen noch etwas Zeit – bei hoffentlich gutem Wetter – fleissig Nektar zu sammeln.»

Was heisst das für den Preis des Schweizer Bienenhonigs? Laut Schwelger vom Verband Bienen Schweiz wird der Preis etwa gleich bleiben: «Imkern ist ein Hobby. Ziel ist es, die Kosten zu decken und nicht möglichst viel Geld zu verdienen.»

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(lub)

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