Aktualisiert 09.02.2015 10:24

Hopfen und Malz

Bier-Goldmedaille geht nach Langenthal

Nichts für Kampftrinker: An der ersten Schweizer Meisterschaft der Bier-Sommeliers ging es um Genuss. Roger Brügger aus Langenthal hat sich dabei die Goldmedaille ergattert.

von
Mira Weingartner
Die besten Bier-Kenner der Schweiz: Roger Brügger (m.) setzte sich im Final gegen Marcel Alber (r.)  und Raimer Schramm durch.

Die besten Bier-Kenner der Schweiz: Roger Brügger (m.) setzte sich im Final gegen Marcel Alber (r.) und Raimer Schramm durch.

Der Langenthaler Maschineningenieur Roger Brügger konnte am Samstag auf Grosses anstossen: Er ist der erste Schweizer Meister im Bierdegustieren. Mit einem ausgeprägten Geschmackssinn und einer feinen Nase stach er in Zürich an der Schweizer Meisterschaft der Bier-Sommeliers 23 andere Bierkenner aus. «Es macht mich stolz, mich gegen solch hochkarätige Gegner durchgesetzt zu haben», so der «frischgezapfte» Sieger. Dank seinem Titel darf der Berner nun zusammen mit dem zweitplatzierten Marcel Alber an die Sommelier-Weltmeisterschaften in Brasilien reisen und dort gegen Bier-Profis aus aller Welt antreten.

«Bier ist horizonterweiternd»

Sein Können stellte der 43-Jährige am Wochenende in drei verschieden Disziplinen unter Beweis. So mussten die Sommeliers 30 verschiedene Gebräue sachlich zuordnen, das Kühle Blonde etwa auf Fehlgeschmäcke testen oder genauste Angaben über die Herkunft des Bieres machen.

Die Fähigkeiten dazu hat Brügger in einem Bier-Sommelier-Kurs erlernt. Dieser richtet sich nach dem Lehrplan der Münchner Brauakademie. Zudem trainierte der Bierliebhaber in seiner Freizeit hart – von einem Kater sei er aber nie geplagt worden: «Ich bin auf den Genuss fokussiert. Ich nippe dabei am Bier herum, trinke manchmal nur wenige Schlücke», so Brügger. Bier sei nämlich weitaus mehr als ein Durstlöscher: «Es ist sehr horizonterweiternd.» So degustierte Brügger etwa internationale Biere mit Thai Curry-Gewürzen, ein kühles Blondes, gegärt aus Kaffee- und Kakaobohnen oder das typische Halloween-Beer mit Kürbisgeschmack aus den USA.

Waschküche als Gäranlage

Aber nicht nur Gerstensaft aus aller Welt stehen auf Brüggers Getränkekarte, auch ist der Familienvater ein begnadeter Hobbybrauer: «In unserem Keller braue ich das Bier, später dient die Waschküche als Gäranlage.» Anfangs hätte er sich an Rezepte gehalten, nun würde er vermehrt mit Zutaten herumexperimentieren. Für kalte Abende greift der Bierkenner aber auch gerne auf Herkömmliches zurück: «Doppelbock Bier, Eisbock Bier aber das Imperial Stout eignen sich im Winter bestens.»

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