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Bier-Rekord am Oktoberfest

Die Organisatoren des Münchner Oktoberfests haben am Sonntag eine positive Bilanz gezogen: Die Wirte schenkten in diesem Jahr 6,7 Millionen Mass Bier aus - so viel wie nie zuvor.

Nur einmal wurde auf der Wiesn bisher mehr Bier ausgeschenkt: Im Jahr 2006 tranken die Besucher 6,9 Millionen Liter - dies sei aber nicht vergleichbar, hiess es bei der Festleitung. Denn damals habe die Wiesn ausnahmsweise zwei Tage länger gedauert.

Würde man diese zwei zusätzlichen Tage herausrechnen, bleibe das Ergebnis von 2006 um rund eine halbe Million Mass unter dem Ausschank in diesem Jahr.

Umso erstaunlicher ist dabei, dass mit einer Besucherzahl von 6,2 Millionen Menschen rund 300 000 Besucher weniger an das grösste Volksfest der Welt gereist waren als 2006.

104 Ochsen verspeist

Insgesamt verspeisten die Besucher bis Sonntag 104 Ochsen, auch dies ein neuer Rekord. Im vergangenen Jahr waren zwei Ochsen weniger auf den Tellern gelandet. Grosser Beliebtheit erfreute sich laut der Festleitung auch der «Dreiklang Bier-Hendl-Brezn».

Auch die Souvenirverkäufer machten ein gutes Geschäft: Gläser, T- Shirts und Tassen mit dem Wiesn-Logo waren am letzten Tag weitgehend ausverkauft.

Bei einem Preis von bis zu 7,90 Euro für eine Mass Bier (2006: bis zu 7,50 Euro) galten auch die Masskrüge als beliebtes Souvenir für Langfinger: Rund 200 000 Stück nahmen die Ordnungshüter an den Ausgängen der Bierzelte den sammelfreudigen Besuchern ab.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sagte: «Es war wirklich ohne jede Schönfärberei eine prächtige Wiesn.» Festleiterin Gabriele Weishäupl lobte besonders das Outfit der Gäste: «Die Tracht hat die Wiesn geprägt.»

Auch die ausländischen Besucher hätten sich so zahlreich wie nie zuvor in Lederhose und Dirndl gekleidet. Die grösste Gruppe der Besucher aus dem Ausland stellten wie üblich die Italiener, mehr Besucher als bisher kamen vor allem aus den USA und Osteuropa.

Weniger Körperverletzungen und «Bierleichen»

Die Münchner Polizei sprach von einer «überschaubaren und gelassenen Wiesn». Zwar mussten die rund 300 auf dem Oktoberfest eingesetzten Polizisten öfter ausrücken als im vergangenen Jahr, die Anzahl der gefährlichen Körperverletzungen ging jedoch zurück.

Der schwerste Vorfall ereignete sich am vergangenen Montag, als ein italienischer Student in einer Gaststätte in der Nähe des Oktoberfestes von zwei Albanern niedergestochen und lebensgefährlich verletzt wurde. Die 17 und 19 Jahre alten Täter konnten zwei Tage später in Italien gefasst werden.

Den Sanitätern bescherten die Besucher ein ruhigeres Fest als im vergangenen Jahr. «Spektakuläre Einsätze blieben dieses Jahr Gott sei Dank aus», sagte der Einsatzleiter des Bayerischen Roten Kreuzes.

Lediglich einige Brüche sowie Platz- und Schnittwunden gab es zu versorgen, dazu die üblichen «Bierleichen», deren Zahl mit 565 etwa so hoch lag wie im Vorjahr. Insgesamt mussten die Sanitäter knapp 8000 Patienten behandeln, rund 1500 weniger als im Vorjahr. (sda)

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