Aktualisiert 23.07.2012 07:06

Bierkartell?Bierpreis steigt und steigt

Internationale Biermultis verteuern ihre Schweizer Biere. Jetzt werden Vorwürfe von Preisabsprachen laut.

von
Sandra Ruckstuhl
Seit 2007 ist der Preis von Offenbier aus Grossbrauereien um 22 Prozent gestiegen.

Seit 2007 ist der Preis von Offenbier aus Grossbrauereien um 22 Prozent gestiegen.

Ab Oktober kosten die Heineken-Biere Eichhof, Calanda und Haldengut 3,9 Prozent mehr. Damit folgt Heineken der Carlsberggruppe, die bereits im Mai Feldschlösschen und Cardinal um 4,4 Prozent verteuert hat, so der «Sonntag».

Als Grund für den Preisanstieg nennt Heineken die gestiegenen Kosten. Auffällig sind die parallelen Preiser­höhungen von Heineken und Carlsberg, die 65 Prozent des Schweizer Biermarktes kontrollieren: Seit 2007 ist der Offenbierpreis der beiden Grossbrauer um 22 Prozent gestiegen, während Kleinbrauereien in den letzten Jahren den Preis gar nicht oder ­weniger stark erhöht haben.

Für Franziska Troesch-Schnyder, Präsidentin des ­Konsumentenforums KF, sehen die stetig parallel steigenden Preise von Heineken und Carlsberg nach einer Preisabsprache aus. «Das darf nicht sein und ist ein klarer Fall für die Weko.» Es sei nun am Konsumenten, lokale Kleinbrauereien zu unterstützen und die Grossen zu boykottieren.

Preisüberwacher Stefan Meierhans bestätigt, dass im Zusammenhang mit den steigenden Bierpreisen derzeit ein Verfahren am Laufen sei. «Neben dem Basler Wirteverband haben auch Privatpersonen Beschwerde gegen die Grossbrauer eingereicht.» Der Vorwurf eines stillschweigenden Preiskartells liegt nun bei der Weko. Diese hat eine Marktbeobachtung eingeleitet, deren Abklärungen nun am Laufen sind.

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