Aktualisiert 06.12.2011 10:54

Vermisste US-Drohne

«Biest von Kandahar» gehörte der CIA

Die im Iran vermisste US-Drohne wurde vom Geheimdienst CIA eingesetzt. Dies verstärkt die Befürchtung, dass die Iraner in den Besitz von hochempfindlicher Technologie gelangt sein könnten.

von
pbl
Zeichnung einer RQ-170 Sentinel, von der es keine offiziellen Fotos gibt.

Zeichnung einer RQ-170 Sentinel, von der es keine offiziellen Fotos gibt.

Die NATO-Truppen in Afghanistan hatten am Sonntag den Verlust eines unbemannten Aufklärungsflugzeugs bestätigt. Dieses sei Ende letzte Woche über dem Westen Afghanistans verloren gegangen, hiess es. Der Iran hatte zuvor behauptet, eine US-Drohne vom Himmel geholt zu haben. Es handle sich um eine RQ-170 Sentinel, eine Drohne mit Tarnkappen-Technologie, die nach ihrem Stützpunkt «Biest von Kandahar» genannt wird.

US-Regierungskreise bestätigten, dass es sich um einen dieser geheimen Flugkörper handelte, von denen keine offiziellen Fotos existieren. Gleichzeitig kamen Zweifel auf, dass eine derart hochentwickelte Stealth-Drone vom Militär für kommune Überwachungsflüge in Afghanistan eingesetzt wird. Und tatsächlich enthüllten die «Washington Post» und der Fernsehsender NBC am Montag: Die RQ-170 gehörte dem Geheimdienst CIA.

Auf Spionagemission?

Damit erhärtet sich der Verdacht, dass die Drohne nicht zufällig in den iranischen Luftraum geraten war, sondern Militär- und Atomanlagen ausspionieren sollte. Denn die CIA hatte das «Biest» bereits verwendet, um Osama bin Ladens Anwesen in Pakistan während Monaten auszukundschaften. Gleichzeitig verstärkt sich die Befürchtung, dass der Iran in den Besitz hoch geheimer Spionage-Technologien gelangt sein könnte.

US-Experten wiegelten am Montag jedoch ab: Die Drohne sei wahrscheinlich aus grosser Höhe abgestürzt. Es dürften sich deshalb nur wenige Teile des Flugobjekts finden lassen, aus denen der Iran kaum Rückschlüsse auf das Drohnenprogramm ziehen könne. US-Beamte widersprachen auch der iranischen Version, der Flugkörper sei abgeschossen oder mit einer Cyberattacke vom Himmel geholt worden. Die in den USA sitzenden «Piloten» hätten die Kontrolle über die Drohne verloren.

Tatsächlich konnte Teheran bislang keine Beweise für seine Behauptung vorlegen, ähnlich wie in früheren Fällen, bei denen angeblich US-Drohnen abgeschossen worden waren. (pbl/dapd)

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