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Big Ben über Football, Fussball und Frauen

Football-Star Ben Roethlisberger, Quarterback des Super-Bowl-Champions Pittsburgh Steelers, ist zurzeit in der Schweiz auf Spurensuche nach seinen Vorfahren. Der 24-Jährige stellte sich im Wohnort seiner Vorfahren, der Gemeinde Lauperswil im Emmental, der Presse.

Ben Roethlisberger, was mögen Sie lieber: Schokolade oder Käse?

«Schokolade. Und gleich nachher kommen die Schweizer Kartoffeln. Aber am besten aller Schweizer Produkte mag ich Uhren...»

Wie kommen Sie denn überhaupt dazu, die Schweiz zu besuchen?

«Ich wusste schon, dass ich Schweizer Wurzeln hatte. Aber ich hatte keine Ahunng, wo genau meine Vorfahren her kamen. Ich finde, es ist wichtig, dass man weiss, woher man kommt. Meine Eltern haben da schon länger nachgeforscht. Und als dann die Organisation «swissroots» auf mich zukam, habe ich spontan zugesagt. Dafür bin ich jetzt sehr dankbar.»

In den USA sind Sie ein Superstar, hier aber kaum bekannt...

«Das ist wunderbar, hier kann ich mich frei bewegen und werde nicht ständig angesprochen, das wäre in Pittsburgh undenkbar. Ich geniesse das sehr. Doch wenn Ihr Medienleute noch viel mehr berichtet, wird das wohl auch hier nicht mehr lange so sein...»

Was gefällt Ihnen an der Schweiz besonders?

«Das ist schwer zu sagen, es ist eigentlich überall grossartig. Wie ich es mir vorgestellt habe, wie in einem Traum oder in einem Film...(überlegt) ich mag Sehenswürdigkeiten. Die alten Gebäude und Kirchen gefallen mir sehr.»

Waren Sie nervös vor der Reise in die Schweiz?

«Nicht wirklich. Es ist zwar mein erster Trip nach Europa, aber ich bin einer, der nicht schnell nervös wird.»

Was Sie letzte Saison ja bewiesen haben, als Sie als jüngster Quarterback aller Zeiten den Super Bowl gewannen. Wie ist, in einem Atemzug mit Quarterback-Legenden wie Joe Montana oder Steve Young genannt zu werden?

«Grossartig. Eine riesige Ehre, das kann ich so gar nicht richtig einordnen. Es ist ein gutes Gefühl und macht mich glücklich, wenn ich sehe, dass unsere Erfolge auch hier in Europa zur Kenntnis genommen werden. Ich möchte noch viele Superbowls gewinnen.»

Am Sonntag haben Sie das American-Football-Spiel Bern Grizzlies – Bienna Jets besucht. Ihre Eindrücke?

«Es war interessant. Natürlich war es nicht NFL-Niveau, aber ich möchte den Schweizer Football überhaupt nicht schlecht machen. Ich hatte viel Spass und bin überzeugt, dass die Sportart auch hier wachsen kann und hoffentlich populärer wird. Vielleicht kann ich mit meinem Besuch etwas dafür tun.»

Wie reagierten die beiden Teams auf ihre Anwesenheit?

«Ich sprach nach der Partie mit den beiden Quarterbacks. Ich gab ihnen einige Tipps und stellte fest, dass sie mit grossem Einsatz bei der Sache sind. Das ist schon einmal sehr wichtig. Sie sagten mir aber, dass sie schon nervöser gewesen seien als bei anderen Spielen.»

Und danach gings an die Fussball-Super-League-Partie YB – Thun. Interessieren Sie sich für Fussball?

«Als Kind habe ich auch «Soccer» gespielt. Seit ich aber Football spiele, habe ich meine Sportart gefunden.»

Trotz der körperlichen Beanspruchung?

«Natürlich ist Football gewalttätig und die Verletzungsgefahr nicht unerheblich. Aber so ist es halt. Man kann nichts anderes, als sich gut vorzubereiten und hoffen, dass man es übersteht. »

Und wie wird die Fussball-WM in den USA registriert?

«Die meisten wissen, dass sie diesen Sommer stattfindet. Einige begeistern sich mehr dafür, einige weniger. Wir hoffen natürlich auf ein gutes Resultat der USA.»

Und was wäre Ben Roethlisberger geworden, wenn seine Vorfahren nicht in die USA ausgewandert wären?

Wahrscheinlich wäre ich heute ein «Swiss Wrestler», ein Schwinger. Ich habe gehört, dass es im Emmental viele grosse, schwere Jungs gibt.

In Pittsburgh dürften Sie – als 24-jähriger Quarterback-Star – wohl der begehrteste Junggeselle der Stadt sein, oder?

«Da gewöhnt man sich dran. Das gehört einfach dazu, wenn man Quarterback bei den Steelers ist. In Pittsburgh dreht sich alles um das Football-Team. Aber in der Schweiz gibt es ja auch viele wunderschöne Frauen. Obwohl ich ja auch nicht unbedingt auf der Suche bin.»

Können Sie es sich denn vorstellen, einmal in der Schweiz zu leben, bzw. wieder zurückzukommen?

«Schwer zu sagen, Je länger ich da bin, desto mehr werde ich Schweizer. Ich hoffe schon, dass ich wieder zurückkomme. Und bis zum nächsten Mal kann ich dann vielleicht auch ein paar Brocken Schweizerdeutsch.»

(mat)

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