Zweimal über 500 Yards: Big Ben wirft sich in den Football-Olymp

Aktualisiert

Zweimal über 500 YardsBig Ben wirft sich in den Football-Olymp

Ben Roethlisberger ist der erste Quarterback in der NFL-Geschichte, der in zwei Partien über 500 Pass-Yards wirft. Damit zerstört der Steelers-Anführer auch die Colts.

von
Adrian Hunziker

Vor dem achten Saisonauftritt hatten die Pittsburgh Steelers eine durchzogene Bilanz. Vier Siegen standen drei Niederlagen gegenüber. Darunter waren auch Pleiten gegen die Tampa Bay Buccaneers und die Cleveland Browns, Teams also, gegen die die Steelers auf dem Papier eigentlich gewinnen sollten. Bei Pittsburgh erinnerte nicht mehr viel an die guten alten Zeiten, in denen der Rekordhalter an Superbowl-Siegen (6) für viel Spektakel sorgte. Auch um Quarterback Ben Roethlisberger, der mit dem Team 2005 und 2008 zwei Meisterschaften gewonnen hatte, war es ruhiger geworden.

Doch das hat sich am Sonntag schlagartig geändert. Im heimischen Heinz Field empfingen die Steelers die Indianapolis Colts. Die Colts waren heiss. Sie hatten zwar die ersten beiden Saisonspiele verloren, seither aber fünf Siege in Serie eingefahren, Quarterback Andrew Luck wies Liga-Spitzenwerte auf. Viel Geld konnte man wohl nicht machen, wenn man auf die Colts gewettet hätte. Aber es gibt eben noch Big Ben Roethlisberger.

Unfassbare Zahlen für den QB

Der 32-Jährige mit Emmentaler Wurzeln zeigte eine sensationelle Leistung. Beim 51:34-Sieg gegen die Colts steuerte der Quarterback Pässe über 522 Yards bei, warf sechs Touchdowns und war mit einer Prozentzahl von 81,6 an komplettierten Pässen (40 von 49) nahe an der Perfektion. Ausserdem gelang Big Ben Historisches: Er ist der erste Quarterback in der NFL-Historie, der in zwei verschiedenen Spielen in seiner Karriere Pässe über 500 Yards anbrachte. Das letzte Mal gelang das dem Spielführer 2009 gegen die Green Bay Packers mit 503 Yards.

Den Allzeit-Rekord der meisten Pass-Yards in einem Spiel verpasste der 32-Jährige knapp. Diesen hält Norm Van Brocklin mit 554 Yards seit 1951, der damals für die Los Angeles Rams spielte. «Wir fühlten, dass sie uns nicht stoppen können, weil bei uns einfach alles ineinander spielte», erklärte der Rekordmann nach der Partie ganz lapidar. Dass Roethlisberger nach dieser Leistung mit den besten seines Fachs verglichen wurde, machte ihn stolz: «Es gab schon viele gute Quarterbacks und es ist eine Ehre, im gleichen Atemzug genannt zu werden.»

Indem Roethlisberger mit den Steelers die Colts zerlegte, gewann Big Ben zudem zum 100. Mal in 150 Spielen, in denen er für die Steelers als Starting-Quarterback auf den Platz lief. Gegen Indianapolis warf der zweifache Super-Bowl-Sieger Pässe zu neun verschiedenen Receivern. Wide-Receiver Antonio Brown war dabei sein Lieblingsziel mit zehn Pässen à insgesamt 133 Yards und zwei Touchdowns.

Nun folgt am nächsten Spieltag in Pittsburgh der Showdown mit dem AFC-North-Rivalen Baltimore Ravens. Den ersten Vergleich hatten die Steelers am zweiten Spieltag auswärts 6:26 sang- und klanglos verloren. Das war das letzte Mal, dass Roethlisberger keinen Touchdown-Pass warf. Doch der nächste Vergleich am kommenden Sonntag könnte ganz anders aussehen.

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