Rassismus: Bignasca wieder unter Rassismus-Verdacht
Aktualisiert

RassismusBignasca wieder unter Rassismus-Verdacht

Giuliano Bignasca, dem mehrfach vorbestraften Präsidenten der Lega dei Ticinesi, droht erneut Ärger mit der Justiz. Er wurde wegen des Verdachts auf rassistische Äusserungen angezeigt.

Hat die Tessiner Gerichte wohl schon länger beschäftigt als die Fahrenden: Lega-Präsident Giuliano Bignasca.

Hat die Tessiner Gerichte wohl schon länger beschäftigt als die Fahrenden: Lega-Präsident Giuliano Bignasca.

Eingereicht hat die Anzeige gegen den Tessiner Bauunternehmer die kommunistische Partei. Bignasca hatte die Fahrenden, die mit ihrer Karawane im Tessin Halt machten, am 20. Juni in einem Artikel in seinem Parteiblatt «il Mattino» aufgefordert, den Südkanton umgehend zu verlassen. «Basta nomadi in Ticino!», lautete der Titel des Artikels.

Die Vertreter der kommunistischen Partei (KP) fühlen sich bei Bignascas Wortwahl an die «traurige Vergangenheit» erinnert. So wie früher gegen die Juden gehetzt worden sei, nehme man nun die Fahrenden ins Visier, teilte die KP am Montag mit.

KP-Sekretär Massimiliano Ay fordert die Tessiner Staatsanwaltschaft auf, zu klären, ob Bignascas Artikel gegen die Rassismus-Norm verstosse oder allenfalls einen Aufruf zur Gewalt darstelle.

Bignasca ist wegen Verletzung der Anti-Rassismus-Strafnorm bereits vorbestraft. Dazu wurde der Stadtrat von Lugano wegen einer Serie von weiteren Delikten wie Verleumdung, Betrug, Urkundenfälschung und Drogenvergehen verurteilt.

Leuthard als Gans verunglimpft

Eine Gardinenpredigt musste sich Bignasca am Montag auch von Matteo Caratti, dem Chefredaktor der Zeitung «laRegioneTicino», gefallen lassen. Dieser kritisierte den Lega-Präsidenten wegen dessen Attacken auf Bundespräsidentin Doris Leuthard.

Im «Mattino» wird Leuthard seit Monaten als «oca Doris» («Gans Doris») verspottet. Caratti distanzierte sich in einem Kommentar von dieser Wortwahl und bedankte sich bei Leuthard für deren Interesse, den Sonderfall Tessin kennenlernen zu wollen.

Es sei zu hoffen, dass sich der gute Wille, den Leuthard mit Taten unterstreiche, gegen das Anti-Landvögte-Gezetere des unflätigen Lokalfürsten durchsetze, schrieb Caratti.

Leuthard hatte in den vergangenen Tagen den Südkanton besucht. In ihrer 1.-August-Ansprache machte sie den Vertretern der Gotthard- Kantone - darunter auch dem Tessin - Hoffnung auf eine wohlwollende Prüfung des Expo-Projektes «Gottardo 2020». (sda)

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