Aktualisiert 20.07.2017 16:07

Sissecher DöffligangBiker-Gang mit kleinen Öfen auf grosser Fahrt

Die Döffligang Sissech nimmt für die Faszination der motorisierten Zweiräder weite Reisen auf sich. Dieses Jahr geht es nach Sarnen ans Red-Bull-Alpenbrevet.

von
stv
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Die Döffligang Sissech lässt ihrer Faszination für Töffli freien Lauf.

Die Döffligang Sissech lässt ihrer Faszination für Töffli freien Lauf.

Döffligang Sissech
Mit verschiedenen Anlässen zelebrieren sie die Tradition des Töfflifahrens.

Mit verschiedenen Anlässen zelebrieren sie die Tradition des Töfflifahrens.

Döffligang Sissech
«Wir möchten die alten Zeiten wieder aufleben lassen», sagt Roger Schaub, Gründungsmitglied der Döffligang Sissech.

«Wir möchten die alten Zeiten wieder aufleben lassen», sagt Roger Schaub, Gründungsmitglied der Döffligang Sissech.

Döffligang Sissech

Am Red-Bull-Alpenbrevet in Sarnen treffen sich am diesem Wochenende die schrulligsten Biker der Landes. Hier werden keine grossen Maschinen aufgefahren, sondern Zweitakter. Töffli, wie man im Volksmund sagt. Gefahren von erwachsenen Mannen, deren Rockerkluft berüchtigten Biker-Gangs wie den Hells Angels in nichts nachsteht. Zu den berüchtigsten darf sich die Döffligang Sissech zählen.

«Wir sind kein Verein, sondern eine Gang», betont Gründungsmitglied Roger Schaub (49). Und die gibt es seit über zehn Jahren. Die Faszination für Töffli besteht bei den Mitgliedern also schon lange. «Wir wollten damals die alten Zeiten wieder ein wenig aufleben lassen», erklärt Schaub.

Rund 20 erwachsene, bärtige Männer folgen dem Kult und tuckern mit den Gang-Insignien mit ihren Sachs, Puchs, Cilos und anderen Zweitakter durchs Baselbiet. Mit Jeanskutten, auf die unzählige Patches gestickt sind – das grösste davon ihr eigenes Logo –, Tattoos und Sonnenbrillen hält sie niemand auf.

«Auf keinen Fall ein Piaggio»

Wer ein Teil der harten Döffligang sein will, muss einige Regeln befolgen. «Auf keinen Fall fährt man ein Piaggio-Ciao», verrät Schaub mit einem Lachen. Die sind verpönt. «Piaggios sind früher nur die Italiener und Frauen gefahren.» Die Gang ist denn auch ein reiner Männerbund mit Mindest-Eintrittsalter 22. Doch die wichtigste aller Regeln: «Die Gang muss ein neues Mitglied einstimmig wählen», erklärt Schaub.

Man trifft sich im Stammlokal Stöppli in Sissach oder unternimmt jedes Jahr eine grosse Tour und nimmt an verschiedenen Events teil. Dieses Jahr wurde zum zehnjährigen Jubiläum eine viertägige Tour ins Tessin unternommen. Das Red-Bull-Alpenbrevet dieses Wochenende ist schon fast zur Tradition geworden.

Die Töffli-Community ist gross

«Wir nehmen bereits seit acht Jahren teil, damals fuhren wir noch über den Furkapass», erklärt Schaub. Heute sei es ein wenig kommerzieller geworden. Die Töffli-Community in der Schweiz ist gross, kreativ und vor allem gut vernetzt. Wer als Töffli-Meitli oder Bueb etwas auf sich hält, ist dort dabei. Rund tausend kleine Motorräder mit skurrilen Verzierungen nehmen dieses Jahr am 110 Kilometer langen Rennen teil.

Wobei «Rennen» definitiv der falsche Begriff ist. Bei der Gang läuft es nämlich so, wie Schaub erklärt: «Der Langsamste fährt zuvorderst und der Rest hintendran.»

«Döffli-Gang» lässt alte Traditionen aufleben

Die «Döffligang Sissech» nehmen für die Faszination der motorisierten Zweiräder weite Reisen auf sich. Dieses Jahr geht es nach Sarnen ans Red Bull Alpenbrevet.

Letztes Jahr fand das Red Bull Alpenbrevet in Lugano statt. (Video: Red Bull)

Die Döffligang Sissech macht sich bereits am Freitagmorgen mit Camper, optisch frisiertem Döffli und Grill bewaffnet auf nach Sarnen, um traditionsgemäss die Reifen quietschen zu lassen – und dabei vielleicht noch ein wenig in die Pedale zu treten.

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