«Heute haben wir ein Leben gerettet»: Bild von «Black Lives Matter»-Demo geht viral
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«Heute haben wir ein Leben gerettet»Bild von «Black Lives Matter»-Demo geht viral

Bei den Ausschreitungen in London hat ein Fotograf ein ikonisches Bild geschossen. Es zeigt, worum es bei den Demonstrationen wirklich geht.

von
Nicolas Saameli
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Ikonisches Bild: Ein «Black Lives Matter»-Demonstrant trägt einen verwundeten Rechten.

Ikonisches Bild: Ein «Black Lives Matter»-Demonstrant trägt einen verwundeten Rechten.

REUTERS
Beim Träger handelt es sich um den Fitnesstrainer Patrick Hutchinson.

Beim Träger handelt es sich um den Fitnesstrainer Patrick Hutchinson.

Getty Images
Gemeinsam mit seinen Freunden trug er den blutenden Mann aus der Gefahrenzone.

Gemeinsam mit seinen Freunden trug er den blutenden Mann aus der Gefahrenzone.

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Darum gehts

  • In London hat ein «Black Lives Matter»-Demonstrant einen Rechtsextremen bei einer Demonstration in Sicherheit getragen.
  • Ein Bild davon verbreitet sich gerade weltweit viral.
  • Beim Träger handelt es sich um den Fitnesstrainer Patrick Hutchinson.

Es ist ein Bild, das an Aussagekraft kaum zu überbieten ist: Ein muskulöser schwarzer Mann mit einem Mundschutz trägt einen blutenden Weissen mit kurz rasierten Haaren. Gleich dahinter steht ein Mann mit maskiertem Gesicht und einem Helm, der dem Verletzten den Kopf schützt, daneben Polizisten in gelben Sicherheitswesten.

Abgespielt hat sich die Szene in London, wo sich am Samstag trotz Warnungen der Polizei gleichzeitig zwei Demonstrationszüge von Rechtsextremen sogenannten «Statuenschützern» und der «Black Lives Matter»-Bewegung versammelten. Wie britische Medien berichten, hätten die Statuenschützer nach Ende der Demonstrationen Scharmützel mit der Polizei und den Anti-Rassismus-Demonstranten provoziert, worauf Gewalt ausgebrochen sei.

«Es geht nicht um Schwarz gegen Weiss, sondern um alle gegen die Rassisten.»

Patrick Hutchinson

Beim Verletzten handle es sich um einen der Statuenschützer, der dabei verletzt worden sei, schreibt die Zeitung «Dailymail». Getragen werde er vom Personaltrainer Patrick Hutchinson.

Familienvater Hutchinson hat inzwischen auf Instagram Bilder des Vorfalls veröffentlicht und schreibt dazu: «Wir haben heute ein Leben gerettet.» Der Mann sei verletzt gewesen. Sie hätten ihn zuerst beschützt. «Ich legte ihn dann auf meine Schultern und marschierte mit ihm zur Polizei.» Er habe sich dort eingesetzt, wo er gebraucht worden sei, und: «Es geht nicht um Schwarz gegen Weiss, sondern um alle gegen die Rassisten.»

Gegenüber Channel 4 News sagt er: «Wenn die anderen drei Polizisten, die bei der Ermordung von George Floyd herumstanden, darüber nachgedacht hätten, einzugreifen, wäre George Floyd heute noch am Leben.»

Im Vorfeld der Demonstrationen war gewarnt worden, dass mit der Teilnahme die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus verletzt würden. Demnach dürfen sich in Grossbritannien nicht mehr als sechs Menschen versammeln. Die Polizei hat nun mehr als 100 Menschen festgenommen, die sich an den Ausschreitungen beteiligt haben sollen.

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