Militärischen Spannungen – Bilden US-Spezialkräfte heimlich Truppen in Taiwan aus?
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Militärischen SpannungenBilden US-Spezialkräfte heimlich Truppen in Taiwan aus?

Laut eines Medienberichts sollen taiwanesische Armee- und Marineangehörige von Spezialisten der US-Armee trainiert werden.

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Teile der taiwanesischen Armee sollen von US-Spezialkräften trainiert werden.

Teile der taiwanesischen Armee sollen von US-Spezialkräften trainiert werden.

AFP
Die USA sind Taiwans wichtigste Verbündete. Im Bild eine Boeing AH-64 Apache aus US-amerikanischer Produktion, während einer Übung der taiwanesischen Armee im Juli dieses Jahres.

Die USA sind Taiwans wichtigste Verbündete. Im Bild eine Boeing AH-64 Apache aus US-amerikanischer Produktion, während einer Übung der taiwanesischen Armee im Juli dieses Jahres.

AFP
Vergangenen Samstag drangen 38 chinesische Kampfflieger in Taiwans Luftraum ein. Laut dem taiwanesischen Verteidigungsministerium wurden auch zwei nuklearfähige chinesische H-6-Bomber gesichtet. (Symbolbild)

Vergangenen Samstag drangen 38 chinesische Kampfflieger in Taiwans Luftraum ein. Laut dem taiwanesischen Verteidigungsministerium wurden auch zwei nuklearfähige chinesische H-6-Bomber gesichtet. (Symbolbild)

REUTERS

Darum gehts

  • Die USA sollen militärisches Personal nach Taiwan geschickt haben. Berater sollen die dortigen Streitkräfte ausbilden.

  • Das geheime Programm ist Teil einer Reihe von Massnahmen, die gegen Chinas zunehmende Macht in Ostasien gerichtet sein dürften.

  • Der Geheimdienst CIA hat zudem die Bildung einer Spezialeinheit für China-Fragen angekündigt.

Seit Monaten bilden US-Spezialkräfte heimlich Truppen in Taiwan aus. Wie ein Pentagon-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag sagte, trainiert ein Kontingent von etwa 20 US-Soldaten seit weniger als einem Jahr taiwanische Armee- und Marineangehörige. Der Beamte, der anonym bleiben wollte, bestätigte damit weitestgehend einen Bericht des «Wall Street Journal». Der Vorgang könnte die militärischen Spannungen zwischen China, Taiwan und den USA weiter anheizen.

Taiwans Verteidigungsministerium wollte den Bericht nicht kommentierten. Das US-Verteidigungsministerium stritt die Informationen nicht ab, wollte sie aber auch nicht bestätigen. Ministeriumssprecher John Supple erklärte: «Unsere Unterstützung für und unsere Verteidigungsbeziehungen mit Taiwan bleiben auf die aktuelle Bedrohung durch die Volksrepublik China ausgerichtet».

Die USA sind Taiwans wichtigster Verbündeter

Bereits vor einem Jahr hatte die taiwanische Presse unter Berufung auf das Marinekommando der Inselregierung berichtet, dass Marinesoldaten und Spezialkräfte der USA in Taiwan eingetroffen seien, um taiwanische Streitkräfte zu schulen. Diese Berichte wurden allerdings später von den taiwanischen und US-Behörden dementiert.

Die USA sind der wichtigste Verbündete Taiwans und haben ihre Waffenlieferungen in den vergangenen Jahren verstärkt. US-Kriegsschiffe durchqueren im Zuge militärischer Übungen immer wieder die Strasse von Taiwan, was zu Verärgerung in China führt.

China lässt die Muskeln spielen

Peking sieht das demokratische Taiwan, das sich 1949 vom Festland abspaltete, als abtrünnige Provinz und nicht als unabhängigen Staat an und versucht, es international zu isolieren. Die Volksrepublik lehnt jede Form formeller Beziehungen anderer Länder mit der Inselrepublik ab. Nur 15 Staaten weltweit erkennen Taiwan an und müssen dafür auf diplomatische Beziehungen zu China verzichten.

Am chinesischen Nationalfeiertag drangen vergangenen Samstag 38 chinesische Kampfflugzeuge in Taiwans Luftraum ein.

CIA bildet Spezialeinheit für China-Fragen

Der US-Geheimdienst CIA hat am Donnerstag die Bildung einer Spezialeinheit angekündigt, die sich ausschliesslich mit China befassen soll. Das sogenannte China Mission Center (CMC) werde «unsere gemeinsame Arbeit mit Blick auf die grösste geopolitische Bedrohung stärken, der wir im 21. Jahrhundert gegenüberstehen: einer zunehmend feindseligen chinesischen Regierung», erklärte CIA-Chef William Burns.

Seit ihrem Bestehen habe die CIA alle Herausforderungen gemeistert, die sich ihr in den Weg gestellt hätten, erklärte Burns. Auch angesichts der «schwierigsten geopolitischen Prüfung in einer neuen Ära grosser Rivalität zwischen Grossmächten» werde die CIA eine zentrale Rolle bei der Verteidigung von US-Interessen einnehmen.

US-Präsident Joe Biden hat seit seinem Amtsantritt im Januar mehrfach betont, dass er das aufstrebende China als wichtigsten «strategischen Wettbewerber» der USA erachtet. Im Juni verkündete der Präsident die Schaffung einer Sondereinheit im Pentagon, die sich den von Peking ausgehenden militärischen Herausforderungen widmen soll.

In den vergangenen Jahren hatten die CIA sowie die US-Bundespolizei FBI Dutzende Fälle von Militär- oder Industriespionage zugunsten Chinas aufgedeckt. Die US-Geheimdienste werfen chinesischen Stellen zudem vor, für Cyberangriffe auf US-Institutionen und Unternehmen verantwortlich zu sein.

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(AFP/job)

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