Aktualisiert

Affäre GaddafiBilder des Zorns: Polizeifotos von Hannibal

Der Moment der libyschen Entehrung: Eine Genfer Zeitung veröffentlicht die Polizeifotos, die von Hannibal Gaddafi nach dessen Festnahme gemacht wurden. «Tribune de Geneve» war seit mehreren Monaten im Besitz der Bilder, ohne sie zu publizieren.

von
sda/kbr

Die Erniedrigung stehe ihm ins Gesicht geschrieben, findet die Genfer Zeitung, die am Freitag erstmals Polizeifotos von Hannibal Gaddafi veröffentlichte. Die Polizeifotos entstanden laut der «Tribune de Geneve» am 15. Juli 2008, also dem Tag nach der Verhaftung Hannibal Gaddafis durch die Genfer Polizei.

Die Zeitung erklärt in ihrem Bericht, dass sie zwar seit mehreren Monaten im Besitz der Bilder seien, jedoch mit der Veröffentlichung absichtlich zugewartet hätten. Heute sei es jedoch angebracht, die Polizeibilder zu publizieren. Was genau die Genfer Zeitung zur Wahl des Zeitpunkts bewogen hat, war nicht zu lesen. Die Zeitung betont jedoch, dass die Fotos den Moment der Erniedrigung, die den libyschen Zorn erst provoziert hätten, besonders gut verdeutlichen würden.

Erniedrigend: Hannibal ist der erste Gaddafi, der im Gefängnis nächtigen muss

Die Polizeiaufnahmen sind in Schwarz-Weiss aufgenommen und zeigen das zerknitterte Antlitz von Hannibal Gaddafi, der in der Gefängniszelle übernachtet hatte, von vorne und im Profil. Wie «Tribune de Genève» erklärte, zeugten die Bilder besonders deutlich vom Gefühl der Entehrung, wie es von den Libyern wahrgenommen werde. Im Bericht der «Tribune de Genève» unterstrich der Leiter des Zentrums für arabische Studien in Genf, Hasni Abidi, dass es die Verhaftung des Sohns von Oberst Gaddafi gewesen sei, die den Zorn Libyens provoziert habe. Ihm zufolge ist es während 40 Jahren der Herrschaft das erste Mal gewesen, dass ein Angehöriger des Gaddafi-Clans eine Nacht im Gefängnis verbracht habe.

Überschaubare Solidaritätskundgebung in Genf

Unterdessen ging auch am Freitag das Warten auf die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer weiter. Sie waren wegen angeblicher Verstösse gegen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen inhaftiert worden.

Ebenfalls am Freitag fand in Genf eine Unterstützungs-Demo für die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer und deren Angehörige statt. Organisiert hat die Demonstration auf der Place des Nations ein Genfer SVP-Gemeindeparlamentarier. 50 Personen haben an der Solidaritätsaktion teilgenommen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.