Internet-Fahndung: Bilder von zehn Basler Hooligans veröffentlicht
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Internet-FahndungBilder von zehn Basler Hooligans veröffentlicht

Die St.Galler Polizei hat Bilder von Basler Hooligans veröffentlicht und will so die Täter identifizieren. In anderen Kantonen ist der Erfolg solcher Massnahmen rückläufig.

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rar
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Acht Anhänger des FC Basel werden von der St. Galler Kantonspolizei gesucht.

Acht Anhänger des FC Basel werden von der St. Galler Kantonspolizei gesucht.

Kapo SG
Am Montag, 28. September 2015, hat die Polizei deshalb die unverpixelten Bilder der Chaoten veröffentlicht.

Am Montag, 28. September 2015, hat die Polizei deshalb die unverpixelten Bilder der Chaoten veröffentlicht.

Kapo SG
Zwei Basel-Anhänger haben sich bereits bei der Polizei gemeldet.

Zwei Basel-Anhänger haben sich bereits bei der Polizei gemeldet.

Kapo SG

Nach einem Match zwischen dem FCSG und dem FC Basel kam es am Bahnhof Winkeln zu derben Ausschreitungen zwischen FC Basel-Fans und der Polizei (20 Minuten berichtete). Dabei entstand Sachschaden von mehr als zehntausend Franken an Gebäuden und Fahrzeugen, ebenso wurden mehrere Polizisten verletzt. Der Bahnverkehr zwischen St.Gallen und Gossau musste unterbrochen werden. Die Kantonspolizei St.Gallen fahndet nun im Auftrag der Staatsanwaltschaft nach zehn Männern. Ihnen wird Landfriedensbruch, Sachbeschädigung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte vorgeworfen. Die gesuchten Basel-Anhänger haben die Möglichkeit, sich innert Wochenfrist bei der Kantonspolizei St.Gallen zu melden.

Verbunden ist dieser Aufruf mit einer Drohung: Wie die Kantonspolizei weiter mitteilte, werden die Bilder der gesuchten Männer in einer Woche unverpixelt veröffentlicht, sofern die Identifikation nicht abgeschlossen wurde. In der Vergangenheit konnten so die meisten Täter identifiziert und belangt werden.

Internetpranger könnte an Einfluss verlieren

Allerdings scheint sich die Methode der Online-Fahndung abzunutzen, wie Erfahrungen aus der Innerschweiz zeigen. «Im Kanton Luzern nimmt die Wirkung der Öffentlichkeitsfahndung immer mehr ab», sagt Simon Kopp, Mediensprecher der Luzerner Polizei, gegenüber dem Online-Portal «Zentral+».

Während sich bei den ersten Öffentlichkeitsfahndungen die Leute schon bei der Publikation von verpixelten Bildern gemeldet hätten, waren es laut Kopp anfangs September von 21 Randalierern bloss noch deren vier. Dabei hatten die Ermittler mit viel mehr Selbstanzeigen gerechnet. Erst die Veröffentlichung der unverpixelten Bilder zeige die erhoffte Wirkung, so Kopp.

St. Gallen setzt auf die Öffentlichkeitsfahndung

In St. Gallen zeigt man sich dennoch zuversichtlich. Zumindest seien die vergangenen Internet-Fahndungen erfolgreich gewesen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Gallen, Roman Dobler, sagt. Man rechne damit, alle Täter mit dieser Massnahme identifizieren zu können.

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