Aktualisiert 13.08.2009 13:25

SchulbeginnBildungsdirektor warnt vor Panikmache

Der Luzerner Bildungsdirektor Anton Schwingruber erwartet ein ruhiges kommendes Schuljahr: Keine Reformen, keine grossen Projekte. Selbst von der Schweinegrippe lässt er sich nicht in Panik versetzen.

Er nehme die Einstufung der Schweinegrippe als Pandemie sehr ernst, sagte Schwingruber am Donnerstag an einem Mediengespräch zum Schulbeginn. Auf keinen Fall aber wolle er Panik verbreiten, so kurz vor dem Schulstart.

So wird im Kanton Luzern nicht auf Schulreisen und Klassenlager verzichtet. Und Schulen sollen keine vorsorglich geschlossen werden Dafür werden die rund 75'000 Lernenden angehalten, die angeordneten Hygienenmassnahmen, wie regelmässiges Händewaschen, zu befolgen. Für den Notfall ist aber auch der Kanton Luzern gerüstet: Ein Pandemieplan liegt griffbereit in der Schublade.

Griffbereit liegt aber nicht nur das Notfallszenario. Griffbereit hat Schwingruber auch seine persönliche Karriereplanung. Die Wahrscheinlichkeit, dass er nach 2011 nicht mehr in der Luzerner Regierung vertreten sein werde, grenze an Sicherheit, sagte er. Nach 16 Jahren in der Regierung müsste eine unheimliche Begründung vorliegen, um nochmals anzutreten.

Dem Empfinden der Bevölkerung entsprechend

So darf Schwingruber wohl ein ruhiges Ende seiner Amtszeit erleben. «In unserem Departement steht im kommenden Schuljahr nicht viel Neues an», sagte er: Keine Projekte, keine grossen Reformen. Dies entspreche auch dem momentanen Empfinden der Bevölkerung. Die ständigen Schulreformen seien eher unbeliebt, ist er überzeugt.

Dafür ist der Start ins neue Schuljahr für zahlreiche Fünftklässler und deren Lehrer mit Neuigkeiten verbunden. Nachdem die Kinder vor zwei Jahren in der dritten Klasse als erste mit dem Englischunterricht begonnen hatten, werden sie nun auch die ersten sein, welche die zweite Fremdsprache, also Französisch, lernen.

Lehrerausbildung im Fokus

Intensiv befassen müssen wird sich Schwingruber im kommenden Jahr mit der Ausbildung der Lehrer. Und zwar, weil der Kanton Luzern sich bei der Lehrerbildung aus dem Zentralschweizer Konkordat verabschieden und die Pädagogische Hochschule künftig in Eigenregie führen will.

Schwingruber strebt in diesem Fall eine «einvernehmliche Lösung» an. Wenn dies nicht klappe, dann müsse schnell ein formelles Kündigungsverfahren eingeleitet werden.

(sda)

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