SBB-Tickets: Billettverkauf in Zügen soll doch möglich bleiben
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SBB-TicketsBillettverkauf in Zügen soll doch möglich bleiben

In Schnellzügen soll es auch künftig möglich sein, ein Billett zu kaufen: Heftiger Widerstand der Kontrolleure hat die SBB dazu veranlasst, die Abschaffung des Service zu überdenken.

von
sut
Im IC soll es auch weiterhin möglich sein, ein Billett zu erwerben. (Foto: Christine Strub/SBB)

Im IC soll es auch weiterhin möglich sein, ein Billett zu erwerben. (Foto: Christine Strub/SBB)

Im letzten Moment den Zug noch erwischt, zum Billettlösen hats aber nicht mehr gereicht – das war bisher in Fernverkehrszügen kein Problem: Man konnte das Versäumnis gegen einen geringen Aufpreis beim Kondukteur nachholen. Die SBB wollten diese Möglichkeit aber wegen systematischer Schwarzfahrer abschaffen.

Doch nun hat offenbar massiver Widerstand der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV gewirkt: «Weil wir befürchteten, dass unsere Leute angepöbelt werden, haben wir die SBB zum Umdenken gebracht», sagt Peter Moor, Sprecher der Gewerkschaft SEV. «Wir haben vorgeschlagen, stattdessen die Zuschläge auf 30 oder 50 Franken zu erhöhen», so Moor.

Auch bei Pro Bahn hatte die Nachricht der geplanten Abschaffung des Billettverkaufs im Zug für Unmut gesorgt: «Man muss in Zügen auch weiterhin ein Ticket lösen können. Aber so hohe ­Zuschläge sind völlig überrissen», sagt Vizepräsident Kurt Schreiber.

Am bisherigen Modell festhalten möchte man auch bei der BLS-Bahn: «Wir sind auf touristischen Strecken unterwegs, da gehört der Billettverkauf im Zug zum Service», sagt Sprecher Michael Blum.

Bei den SBB prüft man nun «verschiedene Lösungen für eine mögliche Umsetzung», wie Sprecher Christian Ginsig erklärt: «Das Argument, dass vor der Fahrt kein Billett mehr gelöst werden konnte, gilt heute nicht mehr.» Über Smartphones etwa könnten schliesslich E-Tickets gelöst werden. (sut/20 Minuten)

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