Für 8000 Euro: Billiger auf den Mount Everest
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Für 8000 EuroBilliger auf den Mount Everest

Der Aufstieg am höchsten Berg der Welt wird künftig billiger. Man will damit mehr Touristen anlocken. Umweltaktivisten zeigen sich besorgt.

von
sei

Nepal will für das Bergsteigen am Mount Everest ab kommendem Jahr statt wie bisher umgerechnet rund 18 000 Euro nur noch eine Gebühr von etwa 8000 Euro pro Kletterer verlangen. Das kündigte der Chef des nepalesischen Bergamts, Madhusudan Burlakoti, am Freitag an.

Grössere Bergsteiger-Gruppen bekommen derzeit für das Klettern am 8848 Meter hohen Mount Everest eine Ermässigung - für eine siebenköpfige Mannschaft kostet das Abenteuer umgerechnet rund 51 000 Euro. Der Rabatt ermutige Bergsteiger dazu, sich zu einem Team zusammenzuschliessen, auch wenn sie sich in ihrer Erfahrung deutlich voneinander unterschieden und sich kaum kennten, sagte Burlakoti. Künftig will Nepal demnach nur noch eine Pauschalgebühr unabhängig der Grösse der Gruppe erheben.

Man hoffe, durch die Gebührenänderung mehr Menschen anzulocken, erklärte Burlakoti. Zudem soll den kleineren Gruppen und Einzelpersonen demnach durch ein besseres Management «mehr Freiheit» gegeben werden, wenn sie den Berg erklimmen. Die Kosten für einen Aufstieg am Mount Everest haben für Kritik gesorgt. Einige sagen, die sehr hohen Preise erlaubten es nur sehr wohlhabenden Leuten, den Gipfel zu besteigen. Umweltaktivisten zeigen sich hingegen besorgt über die Belastung, die der Tourismus für den Berg darstellt. Einige bezeichnen den Mount Everest als die höchste Müllhalde der Welt. In den vergangenen Jahren war der Berg mit Verpackungen von Lebensmitteln, Kletterausrüstung und Sauerstoffzylindern übersät.

Die Bergsteiger-Legende Reinhold Messner hat Nepal sogar aufgerufen, den Berg für einige Jahre zu schliessen, damit dieser sich erholen könne. Zu diesem Schritt ist das Land aber nicht bereit. Der Staat nimmt jährlich etwa 2,4 Millionen Euro an Bergsteiger-Gebühren ein. Zehntausende Hotelbesitzer, Trekkingführer und Gepäckträger sind zudem auf den Berg-Verkehr angewiesen, um ihre Existenz zu sichern.

(sei/sda)

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