Aktualisiert 15.05.2007 16:14

Billiger Telefonieren für alle - ausser für die Schweiz

Die Tarife für Handy- Auslandgespräche in der EU sollen deutlich sinken. Schweizer Mobiltelefonierer können nicht von den Preisobergrenzen profitieren.

Für Telefonate aus dem EU-Ausland sollen Handy-Privatkunden spätestens ab Oktober nur noch maximal 49 Cent pro Minute zahlen, für angenommene Gespräche maximal 24 Cent, wie der zuständige Berichterstatter des EU-Parlaments, der Österreicher Paul Rübig, erklärte. Dazu kommt jeweils die national unterschiedliche Mehrwertsteuer.

Gemäss der Einigung ist zudem eine weitere Senkung der Tarife vorgesehen: Im zweiten Jahr (frühestens ab Juli 2008) sollen Anrufe 46 Cent und im dritten Jahr 43 Cent nicht übersteigen, wie Rübig weiter erläuterte. Bei angenommenen Anrufen liege das Limit bei 22 Cent im zweiten und bei 19 Cent im dritten Jahr.

Parlament und EU-Staaten müssen noch zustimmen

Gemäss den Angaben von Rübig gilt die Obergrenze automatisch, wenn die Kundinnen und Kunden nicht ein anderes Angebot ihres Anbieters wählen. Nach drei Jahren soll die Regelung auslaufen.

Ob die Konsumentinnen und Konsumenten ab Herbst von dem neuen «Euro-Tarif» profitieren können, ist allerdings noch nicht sicher: Dem Kompromiss müssen die EU-Mitgliedstaaten und das EU-Parlamentsplenum noch zustimmen.

Die Parlamentsabstimmung ist für kommende Woche vorgesehen; falls alles klappt, sollen die EU-Minister am 7. Juni das Geschäft unter Dach bringen.

Schweiz vorläufig aussen vor

Die Regeln werden vorläufig innerhalb der EU gelten. Zum Vergleich: In der Schweiz betragen die Roaming-Gebühren für Abokunden beispielsweise für ein Telefonat aus den Ferien in Italien nach Hause bei Swisscom 1,50 Franken sowie bei Sunrise und Orange 1,70 Franken.

Der Schweizer Preisüberwacher möchte jedoch, dass auch die Schweizer Konsumenten von den Obergrenzen der Roaming-Tarife profitieren können. Er ersuchte den Bundesrat bereits, die Möglichkeit eines bilateralen Abkommens mit der EU zu prüfen. (sda)

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