Aktualisiert 15.08.2013 13:06

Ziel verfehltBilligflieger Air Berlin kämpft mit roten Zahlen

Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten hat sich Air Berlin eine Rosskur verordnet. Dennoch musste die Billig-Airline im zweiten Quartal Verluste hinnehmen.

Bei Air Berlin ist nicht nur die Heckflosse rot.

Bei Air Berlin ist nicht nur die Heckflosse rot.

Air Berlin kommt trotz drastischer Sparmassnahmen nicht aus den roten Zahlen heraus und kämpft bei der Sanierung mit Gegenwind. Im zweiten Quartal lag der operative Verlust (Ebit) bei 8,1 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 29,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich konnte Air Berlin den Verlust auf 38 Millionen Euro eindämmen. Vor Jahresfrist hatte hier noch ein Minus von 99,8 Millionen Euro gestanden.

Air Berlin halte an dem Ziel fest, mit dem Sparprogramm Turbine in diesem Jahr 200 Millionen Euro einzusparen, sagte Konzernchef Wolfgang Prock-Schauer am Mittwoch. «Wegen der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung und des Marktumfeldes ist die Zielerreichung allerdings zunehmend anspruchsvoller geworden», sagte er.

Ein konkretes Ergebnisziel nannte der seit Jahresanfang amtierende Air-Berlin-Chef nicht, für weitere Auskünfte war Air Berlin nicht zu erreichen. Die Konzernführung hatte zuletzt für den Sommer eine Kehrtwende zum Besseren und für das Gesamtjahr operativ schwarze Zahlen versprochen.

900 Stellen weg

Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten hat sich der Lufthansa-Konkurrent eine Rosskur verordnet, dem jede Zehnte der 9000 Stellen zum Opfer fällt. Der Personalabbau werde wie geplant vorangetrieben, zum Monatsende Juli habe die Fluggesellschaft 300 Vollzeitstellen abgebaut.

80 Prozent der für 2013 eingeplanten Ergebnisbeiträge des Sparprogramms Turbine seien bereits abgesichert, sagte Prock-Schauer. Die Zahl der geflogenen Strecken dampfte Air Berlin im zweiten Quartal auf 440 ein, im Vorjahr hatte die Fluggesellschaft noch 520 Verbindungen. Insgesamt schrumpften die Kapazitäten um 8,4 Prozent, der Umsatz verringerte sich um 1,8 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro. (sda)

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