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Produzenten warnenBilligmilch gefährdet Schweizer Tourismus

Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) warnen davor, dass die mangelnde Rendite der Milchproduktion das Tourismusland Schweiz gefährden könnte. Bundesrätin Doris Leuthard ruft derweil zum Blick nach vorn auf.

Anlässlich des internationalen Wiesenfests Gras'09 in Oensingen SO warnten die Milchbauern am Samstag davor, durch den Druck auf die Produzenten und die damit verbundenen Anpassungen bestehe die Gefahr, dass das Gesicht der Schweiz nachhaltig und negativ verändert werde.

Heute prägten Berge, Wälder und immer wieder blumenbunte Wiesen und sattgrüne Weiden das charakteristische Bilderbuchgesicht der Schweiz. Dies sei das Produkt der traditionellen landwirtschaftlichen Nutzung mit Milchviehaltung. «Doch diese typische und standortgerechte Nutzung ist in Gefahr», heisst es im Communique. Denn Milchproduktion sei mit den aktuellen Erlösmöglichkeiten ökonomisch unrentabel.

Zeiten nicht nur für Bauern schwierig

«Auch ich sehe, dass die wirtschaftliche Lage der Milchproduzenten derzeit nicht einfach ist», schrieb Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard in einem Artikel im «Tages-Anzeiger» vom Samstag. Die Zeiten seien aber auch für Metallbauarbeiter oder Bankangestellte schwierig. Die agrarpolitische Strategie sei darauf ausgerichtet, auch bei offeneren Grenzen eine nachhaltig produzierende Landwirtschaft zu erhalten.

Gerade bei Milchprodukten gehörten die Schweizer Bauern und Verarbeiter zu den Spitzenreitern. «Ich will ein Umfeld schaffen, dass dies auch in Zukunft so bleibt und viele Familienbetriebe eine gute Perspektive haben», schreibt die Bundesrätin weiter. Dies werde nur erreicht, wenn Landwirte und Verarbeiter weiter auf Innovation setzten, Kosten und Strukturen bereinigten und neue Märkte erschliessen könnten. Der Bundesrat lasse die Bauern dabei nicht im Stich. «Das Rad der Zeit zurückzudrehen, die alte Planwirtschaft heraufzubeschwören und sich wieder in die Abhängigkeit des Staates zu begeben ist keine Lösung», schreibt sie. Politisch und rechtlich sei der Neustart vollzogen, in den Köpfen einiger Organisationen und ihrer Sprachrohre offenbar noch nicht. (dapd)

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