Aktualisiert 06.02.2008 12:28

Billiton erhöht Angebot für Rio Tinto

Der britisch-australische Bergbaugigant BHP Billiton hat sein Angebot für den Konkurrenten Rio Tinto erhöht.

BHP bietet 3,4 eigene Aktien für eine Aktie von Rio Tinto, wie der Konzern am Mittwoch in Sydney mitteilte. Damit bewertet BHP Billiton den ebenfalls britisch-australischen Konzern Rio Tinto mit rund 147 Milliarden Dollar. Eine erste Offerte von drei Aktien hatte Rio Tinto Ende November als zu niedrig abgelehnt.

Rio Tinto erklärte in London, man werde das neue Angebot «gründlich prüfen». Die Aktionäre sollten erst einmal nichts unternehmen. Sollte es zur Übernahme kommen, wäre es der grösste Zusammenschluss im Bergbausektor. Mit der Fusion von Rio Tinto mit BHP entstünde der weltgrösste Rohstoffkonzern mit einem geschätzten Wert von 350 Milliarden Dollar.

Grosses Sparpotenzial

Eine Fusion von BHP und Rio Tinto würde die Unternehmen in eine «gute Lage» bringen, sagte BHP-Chef Marius Kloppers und verwies auf die wachsende Nachfrage, insbesondere aus China. Kloppers verspricht sich von einem Zusammenschluss jährliche Einsparungen in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar. BHP hatte zuvor bekannt gegeben, dass sein Gewinn im vergangenen Halbjahr bis Dezember um 2,4 Prozent auf rund 6 Milliarden Dollar fiel. Damit musste der Konzern zum ersten Mal seit fünf Jahren einen Gewinnrückgang vermelden.

Industrie ist besorgt

Ein Zusammenschluss der beiden grossen Bergbaukonzerne, die unter anderem Kohle, Kupfer und Aluminum produzieren, wird in der Stahlindustrie mit grosser Sorge gesehen. Sie fürchtet ein Preisdiktat.

China befürchtet, dass BHP und Rio Tinto zusammen ein Monopol auf dem Eisenerzmarkt hätten, von dem China als grösster Stahlproduzent massiv abhängig ist. Der chinesische Stahlproduzent Baosteel hat die australische Regierung bereits aufgerufen, eine Fusion zu unterbinden.

Wettbewerbsbehörde müssen Übernahme bewilligen

Erst am vergangenen Freitag waren der chinesische Bergbaukonzern Chinalco und der Alumiumproduzent Alcoa mit 14 Milliarden Dollar bei Rio Tinto eingestiegen. Die Unternehmen erwarben 12 Prozent der Aktien des in London notierten Konzernteils von Rio Tinto. BHP Billiton setzte eine Mindestannahmequote von 50 Prozent fest. Die Übernahme muss zudem von den Wettbewerbsbehörden in Australien, den USA und Europa genehmigt werden. (sda)

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