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Gerhard Henschel - «Der dreizehnte Beatle»Billy Shears' Zeitreise zu den Beatles

Was ist das traumatischste Erlebnis für einen wirklichen Beatles-Fan? Richtig, die Trennung der Band! Und wer war Schuld daran?

Genau, Yoko Ono, die John Lennon und Paul McCartney auseinander brachte. Dies zu verhindern, ist das vornehmste Ziel eines gewissen Billy Shears, als er eine gute Fee trifft, die ihm drei Wünsche gewährt. Mit einem immer vollen Geldbeutel lässt sich Billy in das London des Jahres 1966 zurückschicken, um zu verhindern, dass sich Lennon und Ono treffen. Aber dort richtet er nur noch grösseres Unheil an.

Selbstverständlich ist es eine prima Idee, in einem Roman die Optionen zu fantasieren, die eine Zeitreise in der Populärkultur ergeben könnten. Was liesse sich da nicht herumpfuschen von einem, der die Geschichte, die Musik und die Drogentoten kennt. Doch will man Billy Shears' Warnungen hören? Jim Morrison findet es sogar ziemlich okay, in einer Badewanne zu sterben.

Leider häuft Gerhard Henschel in seinem Roman viel zu viele Ereignisse aus der Popgeschichte an, statt seine Figuren wirklich lebendig werden zu lassen. Man hätte sich zudem ein paar farbigere Bilder gewünscht. Störend ist auch der zu häufige Gebrauch der englischen Sprache. Eingeschobene Zitate aus Beatles-Songs machen durchaus Sinn, aber ansonsten klingt das doch sehr prätentiös. Dennoch, für Pop-Historiker und Beatles-Fans ist dieses Buch Pflichtlektüre.

Wolfgang Bortlik

Gerhard Henschel «Der dreizehnte Beatle», Verlag Hoffmann & Campe, 204 Seiten, gebunden, 29.90 Franken.

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