Aktualisiert 25.11.2019 09:12

Regensdorf ZH«Bin erschüttert, dass das alles im Abfall landet»

Ein Leser-Reporter nervt sich über einen Ladenbesitzer auf, der Essen wegwirft. Dieser will nun anders mit den Lebensmitteln umgehen. Das freut Grünen-Politikerin Meret Schneider.

von
jen
1 / 8
«Es ist doch völlig verfehlt, so viel Essen für einen Laden zu bestellen, um dieses dann wegzuwerfen», sagt ein Leser. Er würde es begrüssen, wenn die Nahrungsmittel statt im Container bei Bedürftigen landen würde.

«Es ist doch völlig verfehlt, so viel Essen für einen Laden zu bestellen, um dieses dann wegzuwerfen», sagt ein Leser. Er würde es begrüssen, wenn die Nahrungsmittel statt im Container bei Bedürftigen landen würde.

Leser-Reporter
Mustafa Kara ist Geschäftsführer des Red Apple Shops in Regensdorf. Er sagt, dass er und seine Mitarbeiter wöchentlich einen Container mit Lebensmittel wegwerfen müssten. Künftig will Kara schauen, dass der Container möglichst leer bleibt. «Wir sind offen mit einer Organisation zusammenzuarbeiten, die das Essen Hilfsbedürftigen gibt», sagt Kara.

Mustafa Kara ist Geschäftsführer des Red Apple Shops in Regensdorf. Er sagt, dass er und seine Mitarbeiter wöchentlich einen Container mit Lebensmittel wegwerfen müssten. Künftig will Kara schauen, dass der Container möglichst leer bleibt. «Wir sind offen mit einer Organisation zusammenzuarbeiten, die das Essen Hilfsbedürftigen gibt», sagt Kara.

Leser-Reporter
Dieses Angebot nimmt die künftige Grünen-Nationalrätin Meret Schneider dankend an. Sie setzt sich seit Jahren gegen Foodwaste ein, engagiert sich auch in einem Verein. «Wir haben Kooperationen mit Restaurants und Läden, bei denen wir am Abend Nahrungsmittel holen, die sonst im Abfall landen», so Schneider.

Dieses Angebot nimmt die künftige Grünen-Nationalrätin Meret Schneider dankend an. Sie setzt sich seit Jahren gegen Foodwaste ein, engagiert sich auch in einem Verein. «Wir haben Kooperationen mit Restaurants und Läden, bei denen wir am Abend Nahrungsmittel holen, die sonst im Abfall landen», so Schneider.

An einer befahrenen Strasse in Regensdorf steht ein grüner Container. Der Deckel geht nicht mehr zu. Ein Haufen Pittabrot ist zu sehen. Der Container ist randvoll mit Nahrungsmitteln. «Das ist eine absolute Sauerei», sagt Leser W.M.* aus Regensdorf ZH zu 20 Minuten. «Ich bin erschüttert, dass das alles im Abfall landet.»

Es sei doch völlig verfehlt, so viel Essen für einen Laden zu bestellen, um dieses dann wegzuwerfen. Er würde es begrüssen, wenn die Nahrungsmittel statt im Container bei Bedürftigen landen würden.

Gemüse für Tiere

Der Container gehört zum Red Apple Shop in Regensdorf. Geschäftsführer Mustafa Kara sagt, dass er und seine Mitarbeiter wöchentlich einen Container mit Lebensmittel wegwerfen müssten. «Gemüse, Früchte oder Brot können wir einfach nicht mehr verkaufen, wenn es schlecht ist.»

Weniger bestellen wäre eine Option. «Aber es ist ja nicht so, dass wir extra zu viel Lebensmittel beziehen. Wir schauen schon darauf, dass es möglichst wenig Abfall gibt», sagt Kara. Zudem würde er manchmal Gemüse und Früchte einer Frau geben, die damit ihre Tiere füttert.

Essen für öffentliche Kühlschränke

Künftig will Kara schauen, dass der Container möglichst leer bleibt. «Wir sind offen mit einer Organisation zusammenzuarbeiten, die das Essen Hilfsbedürftigen gibt», sagt Kara. Zudem will er in Zukunft die Nahrungsmittel täglich zwischen 5 und 6 Uhr an Leute geben, die nur wenig Geld haben. «Das ist mir natürlich lieber, als es wegzuschmeissen.»

Dieses Angebot nimmt die neu gewählte Grünen-Nationalrätin Meret Schneider dankend an. Sie setzt sich seit Jahren gegen Foodwaste ein, engagiert sich auch in einem Verein. «Wir haben Kooperationen mit Restaurants und Läden, bei denen wir am Abend Nahrungsmittel holen, die sonst im Abfall landen», so Schneider.

«Leute haben Freude»

Das Essen werde beispielsweise an Flüchtlinge abgegeben oder in öffentlichen Kühlschränken angeboten. «Hauptsache es wird nicht weggeworfen», so Schneider. Die Politikerin will sich mit Kara in Kontakt setzen, um eine tägliche Essensabholung zu organisieren.

Meret Schneider hat selbst einen öffentlichen Kühlschrank in Uster, ihrer Heimatstadt, auf dem Zeughausareal lanciert. «Dieser läuft super. Die Reaktionen sind positiv. Die Leute haben Freude und machen mit, in dem sie Essen zur Verfügung stellen, abholen oder helfen, den Kühlschrank zu putzen.»

*Namen bekannt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.