Silvan Widmer: «Es ist die vielleicht beste Saison, die ich je gespielt habe»

Publiziert

Silvan Widmer«Es ist die vielleicht beste Saison, die ich je gespielt habe»

Silvan Widmer hatte bei Mainz und der Schweizer Nati eine überragende Saison. Im Interview spricht er über die Gründe, sein Verhältnis zu Yakin und wie er am besten vom Fussball abschaltet.

von
Tobias Wedermann
1 / 5
Beim Schweizer Mannschaftshotel ist Silvan Widmer am Wochenende ein gefragter Mann bei den Autogrammjägern.

Beim Schweizer Mannschaftshotel ist Silvan Widmer am Wochenende ein gefragter Mann bei den Autogrammjägern.

freshfocus
Zurecht: Als Stammspieler bei Mainz machte er total 36 Pflichtspiele und etablierte sich als Leader im Team.

Zurecht: Als Stammspieler bei Mainz machte er total 36 Pflichtspiele und etablierte sich als Leader im Team.

freshfocus
Auch sein Standing in der Nationalmannschaft hat sich in den letzten zwei Jahren deutlich verändert: «Ich fühle mich mehr wertgeschätzt und ich bin froh, dass ich endlich eine Rolle spielen darf in diesem Team.»

Auch sein Standing in der Nationalmannschaft hat sich in den letzten zwei Jahren deutlich verändert: «Ich fühle mich mehr wertgeschätzt und ich bin froh, dass ich endlich eine Rolle spielen darf in diesem Team.»

freshfocus

Darum gehts

  • Silvan Widmers Saison läuft bisher wie geschmiert.

  • Der 29-Jährige ist Stammspieler bei Mainz 05 und hat sich bei der Nati ins Rampenlicht gespielt.

  • Im Interview erzählt der Nati-Spieler, wie es zu dieser Leistungssteigerung gekommen ist.

Silvan Widmer, Stammspieler bei Mainz in der Bundesliga, starke Leistungen mit der Nati. Die abgelaufene Saison war erfreulich für Sie, oder?

Ja, es ist vielleicht die beste Saison, die ich je gespielt habe.

Sind Sie mit Ihren 29 Jahren aktuell auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere?

Noch nicht der Höhepunkt. Das hoffe ich zumindest (lacht). Nein, ernsthaft: Ich hoffe, dass es so weitergeht bei mir und glaube auch, dass ich noch Luft nach oben habe.

Womit erklären Sie sich diese Leistungsexplosion?

Ich würde nicht von Explosion sprechen. Aber ich habe sicher mit meinem Wechsel vom FC Basel zu Mainz 05 genau ins Schwarze getroffen.

Das heisst?

Ich habe in Mainz vom ersten Tag an extrem viel Wertschätzung erhalten, mit Bo Svensson einen Trainer, der mir vertraut und mich schätzt. Das hilft natürlich. Zudem war ich so gut wie nie verletzt in dieser Saison.

Mit der abgelaufenen Saison könnten Sie auch Interesse anderer Clubs geweckt haben. 

Ich fühle mich wohl in Mainz, bin einer der Leader innerhalb des Teams, was für mich persönlich sehr wichtig ist. Natürlich befasst man sich aber immer mit allen Optionen. Wenn jetzt ein anderer grosser Club anklopfen würde, schaut man sich sowas immer an. Bisher ist das aber nicht der Fall.

Auch Ihre Rolle in der Nati hat sich verändert. Würden Sie sich als Stammspieler betiteln?

Der Begriff innerhalb des Nationalteams gefällt mir nicht so. Wir haben auf allen Positionen einen starken Konkurrenzkampf. Aber ich reise inzwischen definitiv mit breiter Brust zur Nati.

«Ich versuche in der Freizeit wirklich Distanz vom Fussball zu kriegen.»

Das war nicht immer so. Bei der EM 2016 und WM 2018 wurden Sie jeweils kurz vor dem Turnier aus dem Kader aussortiert.

Stimmt, ich hatte schwierige Momente. Seit zwei Jahren läuft es allerdings gut, ich fühle mich mehr wertgeschätzt und ich bin froh, dass ich endlich eine Rolle spielen darf in diesem Team. Das war immer ein Traum von mir. 

Welche Rolle spielt dabei Murat Yakin? Ist er auch hinter den Kulissen der Kumpel-Typ, den er im Training mit den Spielern gibt?

Murat hat einen extrem guten Mix zwischen freundschaftlich sein und autoritär. Man fühlt sich sehr wohl bei ihm, aber auf dem Platz erwartet er hundertprozentige Leistung. 

Welchen Einfluss hat dieser Mix auf das Team?

Ich glaube, wir sind unter Murat Yakin generell noch unberechenbarer geworden für die Gegner. Vielleicht können ein paar Spieler mit seiner Art zudem noch ein paar Prozent mehr herausholen. 

Wie sehen Sie den Kampf um die Rechtsverteidiger-Position mit Kevin Mbabu?

Natürlich ist es ein Konkurrenzkampf. Kevin ist sein sehr guter Spieler. Er hat vielleicht Vorteile im physischen Bereich, ich dafür im taktischen Bereich.

Wie schalten Sie eigentlich ab vom ganzen Fussball?

Ich koche sehr viel und versuche in der Freizeit wirklich Distanz zu bekommen vom Fussball. Ich bin keiner, der seine Spiele nochmals anschaut oder Partien von anderen Teams. Zudem ist mir Schlaf sehr wichtig. Ich schlafe viel. 

Am Montag wurde noch das neue Heimtrikot der Nati präsentiert. Wie gefällt es Ihnen?

Ich finde das Trikot gut. Es ist rot. (lacht)

Ändert sich also für Sie als Spieler nichts?

Der Stoff ist speziell – fühlt sich anders an, als bei den bisherigen Trikots. Ich habe es aber erst einmal kurz getragen und freue mich darauf, bald in diesem Trikot zu spielen.

Deine Meinung

5 Kommentare