Aktualisiert 04.04.2011 13:18

GiftpfeileBin Hammam kritisiert Blatter scharf

Der Wahlkampf um das Präsidentenamt ist definitiv eröffnet. Mohamed bin Hammam übt harte Kritik am Schweizer Fifa-Boss Sepp Blatter.

von
heg
Mohamed bin Hammam (l.) greift Sepp Blatter hart an. (Bild: Keystone/AP)

Mohamed bin Hammam (l.) greift Sepp Blatter hart an. (Bild: Keystone/AP)

Seit heute ist es offiziell: Mohamed bin Hammam aus Katar tritt bei der Wahl für das Fifa-Präsidentenamt am 1. Juni gegen Sepp Blatter an. Dies teilte der Weltfussballverband mit. Der Herausforderer griff den Amtsinhaber in letzter Zeit öfters an. «Blatter ist nicht mehr in der Position, die Reputation der Fifa zu verteidigen. Im Gegenteil: Je mehr er über die Fifa spricht, umso mehr Menschen gehen in die Opposition», sagte der 61-jährige Chef der Asiatischen Fussball-Konföderation (AFC) am Wochenende der «Süddeutschen Zeitung». Bin Hammam wäre der erste Asiate, der die Fifa präsidieren würde.

Der Geschäftsmann aus Katar, der das Vertrauen des steinreichen Emirs - Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani - geniesst, beziffert seine Wahlchancen auf 50:50. Blatter selbst möchte das Amt noch maximal vier Jahre ausüben, wie der 75-jährige Schweizer kürzlich erklärte. Das würde den Weltfussballverband nicht vorwärts bringen, ist der Herausforderer aus dem Wüstenstaat überzeugt. «Ich sehe in seiner jetzt ablaufenden Amtszeit null. Nicht eine Vision für die Fifa. Blatter ist erschöpft. Denken Sie an die Torlinien-Technologie: Kein neuer Ansatz kommt in die Fifa. Ich sehe bei Blatter keine Kreativität mehr», so bin Hammam.

Blatter selbst zögert zwar nach wie vor mit der Einführung von technischen Hilfsmitteln im Fussball. Er stellte Ende März aber Besserung in Aussicht. «Ich denke, dass wir 2012 ein System haben werden, mit dem man feststellen kann, ob ein Tor erzielt wurde oder nicht. Und dieses System würde dann bei der Weltmeisterschaft 2014 eingeführt werden», sagte Blatter in einer Fussballsendung des französischen Fernsehens «TF1».

Bin Hammam kündigt Reformen an

Im Fall seiner Wahl würde der 61-jährige Katari die Fifa modernisieren. Er spricht sich klar für die Einführung einer modernen Torlinien-Technologie aus. Weiter möchte bin Hammam ein Exekutiv-Büro mit dem Chef der Fifa und den Präsidenten der sechs Kontinentalverbände. Die Bezüge dieser Personen sowie jene der Board-Mitglieder sollen offengelegt werden. Ausserdem könne er sich vorstellen, den WM-Ausrichter künftig nicht mehr in einer geheimen Abstimmung, sondern offen per Handzeichen zu wählen.

Ob diese Neuerungen in der Fifa Einzug erhalten, wird am 1. Juni klar. Dann findet im Hauptsitz des Fussball-Weltverbandes am Zürichberg die Präsidentenwahl zwischen dem Amtsinhaber und seinem Herausforderer statt.

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