«Geschenk an die Muslime»: Bin Laden warnt per Video
Aktualisiert

«Geschenk an die Muslime»Bin Laden warnt per Video

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat sich offenbar mit einer neuen Mitteilung an die Öffentlichkeit gewandt. In einer Audiobotschaft warnte bin Laden die amerikanischen Bürger vor einem engen Bündnis ihrer Regierung mit Israel.

Zwei Tage nach dem achten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 hat Osama bin Laden US-Präsident Barack Obama in einem neu aufgetauchten Video angegriffen. Obama sei machtlos, den Krieg in Afghanistan zu stoppen, und auch die gegenwärtige US-Regierung verfolge die Strategie ihrer Vorgängerin unter Führung von George W. Bush, im Interesse grosser Unternehmen Angst zu verbreiten, sagte der Führer des Terrornetzwerks Al Kaida. Das Band wurde von der Medienabteilung Al Kaidas, As Sahab, verbreitet und von der Nachrichtenagentur AP und dem SITE-Institut in Washington übersetzt.

«Anstatt zu kämpfen, um den Irak zu befreien - wie Bush das behauptet hat -, hätte es (das Weisse Haus) befreit werden sollen», sagte Bin Laden. Seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten «haben wir viele Male gezeigt und erklärt», dass die Ursache der Meinungsverschiedenheiten mit den USA deren Unterstützung ihrer «israelischen Verbündeten ist, die unser Land Palästina besetzen», erklärte Bin Laden weiter. Dass dies nicht verstanden werde, «hat euch viel gekostet, ohne jegliches Ergebnis».

«Zermürbungskrieg»

Bin Laden drohte den US-Bürgern mit einem «Zermürbungskrieg». Auch unter Präsident Obama hätten im Weissen Haus «Neo-Konservative» und Freunde Israels das Sagen. Wenn die Kriege im Irak und in Afghanistan nicht beendet würden, werde die Kaida den «Zermürbungskrieg» auf allen Feldern fortsetzen, kündigt Bin Laden weiter an.

«Wir haben die Sowjetunion zehn Jahre lang aufgerieben, bis sie mit Allahs Hilfe zusammengebrochen ist», sagte Bin Laden. Die Kriege im Irak und in Afghanistan seien auf den Einfluss pro-israelischer Lobbyisten im Weissen Haus zurückzuführen.

Kein Echtheits-Beweis

Das elfminütige Videoband zeigt ein Standfoto Bin Ladens, während dessen Rede wiedergegeben wird. Für die Echtheit der Botschaft gibt es allerdings keine Beweise.

Bin Laden hat sich in der Vergangenheit wiederholt um den Jahrestag der Anschläge herum in Reden an die amerikanische Bevölkerung gewandt. Bin Laden hatte die Anschläge angeordnet, bei denen mehr als 3000 Menschen getötet wurden. Es wird vermutet, dass er sich in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion versteckt hält. Zuletzt hatte sich der Al-Kaida-Chef vor über drei Monaten öffentlich zu Wort gemeldet. Anfang Juni hatte bin Laden den USA «Rache und Hass» geschworen - kurz bevor US-Präsident Barack Obama der muslimischen Welt in einer Rede in Kairo einen Neuanfang anbot. (sda/dapd)

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