Bin Laden will Pakistan den Krieg erklären
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Bin Laden will Pakistan den Krieg erklären

Der Führer des Terrornetzwerks Al Kaida, Osama bin Laden, hat die Pakistaner zum Aufstand gegen Staatspräsident Pervez Musharraf aufgerufen.

Die Belagerung der Roten Moschee in Islamabad im Juli, in der sich militante Muslime verschanzt hatten, habe aus Musharraf einen Ungläubigen gemacht, erklärte Bin Laden in einer Tonbandbotschaft. Die Erstürmung der Moschee durch Regierungstruppen zeige, dass Musharraf an «seiner Loyalität, Unterwürfigkeit und Unterstützung Amerikas» gegen die Muslime festhalte.

Ein bewaffneter Aufstand und der Sturz Musharrafs seien damit zwingend, sagte Bin Laden laut einer von der US-Terrorexpertin Laura Mansfield veröffentlichten Mitschrift des Tonbands. Bei der Erstürmung der Roten Moschee wurden mehr als 100 Menschen getötet, darunter der radikale Kleriker Abdul Rashid Ghazi. Er galt als ein Anführer der Bewegung, die in Pakistan ein islamistisches System nach dem Vorbild der gestürzten Taliban in Afghanistan errichten will. Der Militäraktion war eine Serie von Selbstmordanschlägen in Pakistan vorausgegangen.

Die pakistanischen Streitkräfte, an deren Spitze Präsident Musharraf immer noch als Generalstabschef steht, zeigten sich von der Drohung Bin Ladens unbeeindruckt. Die Armee werde ihren Kampf gegen die Terroristen fortsetzen, erklärte Militärsprecher Generalmajor Washeed Arshad. «Solche Drohungen per Video oder anderweitige Drohungen können uns nicht abschrecken.»

Die Stimme Bin Ladens war zu Bildern eines Videos zu hören, das bereits früher veröffentlichte Aufnahmen des Al-Kaida-Führers zeigte. Das Video wurde am Donnerstag auf Webseiten militanter Islamisten veröffentlicht. Die Botschaft trägt den Titel «Kommt zum Heiligen Krieg». Das Band ist Teil einer Propagandaoffensive der Terrorgruppe zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. Kurz vor dem Jahrestag war das erste Video von Bin Laden seit fast drei Jahren veröffentlicht worden.

Al Kaida veröffentlichte am Donnerstag auch ein 80-minütiges Video von Bin Ladens Stellvertreter Ajman al Sawahri. Darin erklärt dieser, die USA stünden in Afghanistan, im Irak und an anderen Fronten vor einer Niederlage. (dapd)

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