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Nach Tunesien abgeschobenBin Ladens Bodyguard soll nach Deutschland zurück

Der mutmassliche Ex-Leibwächter von Osama bin Laden ist von deutschen Behörden in sein Heimatland Tunesien abgeschoben worden – möglicherweise unrechtmässig.

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Hat sich bisher erfolglos gegen seine Abschiebung gewehrt: Sami A. vor dem Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen (D). Jetzt könnte seine Rückführung allerdings für rechtswidrig erklärt werden.

Hat sich bisher erfolglos gegen seine Abschiebung gewehrt: Sami A. vor dem Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen (D). Jetzt könnte seine Rückführung allerdings für rechtswidrig erklärt werden.

Screenshot WDR
Der einstige al-Qaida-Anhänger lebte bis zu seiner Abschiebung zwölf Jahre lang in Deutschland. Dort erhielt er Sozialleistungen.

Der einstige al-Qaida-Anhänger lebte bis zu seiner Abschiebung zwölf Jahre lang in Deutschland. Dort erhielt er Sozialleistungen.

Screenshot WDR
Sami A. soll mit einer Chartermaschine vom Flughafen Düsseldorf in sein Heimatland Tunesien gebracht worden sein.

Sami A. soll mit einer Chartermaschine vom Flughafen Düsseldorf in sein Heimatland Tunesien gebracht worden sein.

Rolf Vennenbernd

Sami A., der einstige al-Qaida-Anhänger und mutmassliche Ex-Bodyguard Osama Bin Ladens, ist von deutschen Behörden in sein Heimatland Tunesien abgeschoben worden. Möglicherweise war das Vorgehen rechtswidrig.

Der tunesische Anwalt von Sami A. sagte heute zur «Bild»-Zeitung, dass sein Mandant nie nach Tunesien hätte abgeschoben werden dürfen. Deshalb fordert Seif Eddine Makhlouf die sofortige Rückführung nach Deutschland.

«Kein Beweis für Vorwürfe»

Makhlouf sprach zudem von «einem unglaublichen Skandal», der in Deutschland passiert sei. Keiner der Vorwürfe sei jemals bewiesen worden, sagte der Anwalt gegenüber «Bild». «Es gibt nichts, weshalb mein Mandant in Deutschland verurteilt wurde», sagte Makhlouf.

Er forderte deutsche Papiere für Sami A. und eine Rückkehr nach Deutschland zu seinen vier Kindern. Makhlouf sagte, bei den Vorwürfen gegen Sami A. handele es sich um «Lügen, die man jetzt hier in Tunesien nutzt, um ihn festzuhalten». Nichts davon werde Bestand haben. Wenn Sami A. tatsächlich der Bodyguard des 2011 getöteten al-Qaida-Führers Osama bin Laden gewesen wäre, «hätten die USA ihn nie frei durch Deutschland laufen lassen».

Abschiebung war «grob rechtswidrig»

Der als islamistische Gefährder eingestufte Tunesier A. war am Freitagmorgen in sein Heimatland abgeschoben worden. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen fasste jedoch am Freitagabend einen Beschluss zur Rückholung, weil die Abschiebung «grob rechtswidrig» verlaufen sei.

Sami A. kam laut «Bild» als 21-jähriger Student 1997 nach Deutschland. In der Zeit zwischen 1999 bis 2000 reiste er gemäss Gerichtsurteilen nach Afghanistan. Durch die Rekrutierung für ein al-Qaida-Ausbildungscamp soll er schliesslich zur Leibgarde Bin Ladens gestossen sein. Sami A. bestreitet dies, sowie seine angeblichen Kontakte zu einem der Drahtzieher des Anschlags vom 11. September. (sda)

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