«Bin Ladens Tod hätte 9/11 nicht verhindert»
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«Bin Ladens Tod hätte 9/11 nicht verhindert»

Führende Mitglieder der US-Regierung haben vor einem Untersuchungsausschuss Vorwürfe zurückgewiesen, sie und Präsident George W. Bush hätten die Terrorgefahren vor den Anschlägen vom 11. September 2001 ignoriert.

In einer siebenstündigen Anhörung versicherten Aussenminister Colin Powell und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Dienstag, die Regierung habe der Terrorismusabwehr und insbesondere dem Kampf gegen El Kaida von Anfang an höchste Priorität eingeräumt.

Es hätten aber keine Hinweise auf die Anschläge vorgelegen, betonten die Minister weiter. Bush selbst erklärte vor Journalisten, wenn es derartige Informationen gegeben hätte, «dann hätten wir gehandelt».

Laut Rumsfeld wären die Anschläge aber auch durch eine Ausschaltung von El-Kaida-Anführer Osama bin Laden nicht verhindert worden. Zudem wäre nach seinen Worten vor dem 11. September keine internationale Koalition zur Unterstützung des Anti-Terror-Feldzuges in Afghanistan zu Stande gekommen.

Erst am Wochenende hatte Bushs früherer Anti-Terror-Berater Richard Clarke dem Präsidenten vorgeworfen, er habe sich von Anfang an auf Irak konzentriert und dabei die Bedrohung durch die El Kaida trotz Warnungen ausser Acht gelassen.

Der vom US-Kongress eingesetzte Untersuchungsausschuss mit Vertretern der Republikaner und Demokraten soll die Entwicklungen im Vorfeld der Terroranschläge vom 11. September beleuchten und prüfen, ob die Attacken hätten verhindert werden können.

Vor den Vernehmungen hatte der Ausschuss am Dienstag einen vorläufigen Untersuchungsbericht vorgelegt und darin erklärt, dass die US-Geheimdienste schon Jahre vor dem 11. September von den Gefahren durch das El-Kaida-Netz gewusst hätten. (sda)

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