Feuz zur Krise: «Bin nicht der Richtige um Tipps zu geben»
Aktualisiert

Feuz zur Krise«Bin nicht der Richtige um Tipps zu geben»

Beat Feuz besucht die Heimrennen in der Schweiz. 20 Minuten erreichte den Ski-Star im Auto zwischen Innsbruck und Adelboden und sprach mit ihm über sein Knie und die Krise im Schweizer Team.

von
P. Berger

Beat Feuz, wie geht es Ihnen?

Beat Feuz: Danke. Es geht immer besser. Es ist ein schönes Gefühl, dass es vorwärts geht.

Können Sie alleine Auto fahren?

Ja, dank einem Automat. Aber mittlerweile ginge es wohl auch mit einem Schaltgetriebe.

Sie haben diese Woche das Krafttraining aufgenommen.

Krafttraining kann man das noch nicht nennen. Es geht darum, den Körper wieder etwas in Schwung zu bringen.

Wie reagiert Ihr verletztes, linkes Knie?

Bei Gleichgewichtsübungen spüre ich es. Aber das sind absolut normale Reaktionen.

Beat Feuz über sein lädiertes Knie

Nun kommen Sie an die Weltcup-Rennen, wo sie letztes Jahr viel erlebten. In Adelboden mussten Sie einen dritten Lauf absolvieren, weil Ihnen ein Funktionär im Weg gestanden war. In Wengen gewannen Sie die Lauberhornabfahrt.

Also den dritten Lauf werde ich sicher nicht vermissen. Der Riesenslalom hätte auch diesen Winter nicht zu meinen Paradedisziplinen gehört. Nach Wengen reise ich auch mit einem weinenden Auge. Nachdem ich dort unerwartet gewonnen habe, wäre ich natürlich gerne wieder dabei.

Denken Sie noch oft an den Sieg?

Ja, besonders in solch schwierigen Momenten, wie ich sie zuletzt durchleben musste. Das hilft, zeigt einen, wo man schon mal war und motiviert, wieder dorthin zu kommen.

Was sind nun Ihre Aufgaben im Berner Oberland.

Ich stehe den Sponsoren zur Verfügung. Was alles ansteht, weiss ich noch nicht im Detail. Während der Abfahrt werde ich mit Raiffeisen-Kunden unter dem Hundschopf das Rennen verfolgen.

Behagen Ihnen solche Auftritte?

Selber am Start stehen, wäre besser. Aber PR-Aufgaben gehören dazu. Ich stehe lieber an der Piste und kann mein Fachwissen weitergeben als in einem Einkaufszentrum Autogramme zu schreiben.

Wie geht es nachher weiter. Sind Sie auch in Kitzbühel und an der WM in Schladming dabei?

Kitzbühel ist nicht geplant. Ich kehre nachher nach Innsbruck zurück und setze das Rehabilitationsprogramm fort. Für die WM reise ich dann nach Schladming.

Was sagen Sie zur Krise im Schweizer Team?

Ich bin schon im Sommer wenig beim Team gewesen. Aber nach meiner Ansicht ist der Saisonstart in die Hosen gegangen, danach hat sich jeder gefragt, ob es am Material, Training oder sonst etwas liegt. Dadurch hat sich letztlich eine riesige Verunsicherung breit gemacht.

Wie sähe Ihr Lösungsansatz aus?

Jeder versucht im Alleingang aus der Krise zu finden. Vielleicht wäre es besser, es gemeinsam zu probieren. Doch wie gesagt, das ist nur meine Ansicht. Ich habe nur ab und zu Kontakt mit den Kollegen und bin eigentlich nicht der Richtige um Tipps zu geben. Dafür bin ich noch zu wenig lange dabei.

Was erwarten Sie von den Schweizern an den Heimrennen?

Adelboden wird für die Schweizer ein schwieriges Rennen. Zumal mit Janka und Défago nur zwei in den ersten 30 starten können. In Wengen ist aber etwas möglich. Janka, Défago oder auch Gisin traue ich viel zu. Vor allem Janka ist letztes Jahr extrem stark gefahren, obwohl er auch nicht in Form war. Da wurde er Vierter, nun fehle ich, also ist er schon mal Dritter...

Und nächstes Jahr fahren Sie selber wieder?

Das ist mein Ziel, ich setze alles daran, nächste Saison wieder zu fahren.

Sie müssen ja nicht zum ersten Mal einen ganzen Winter pausieren. Ist das für Sie nun einfacher oder schwieriger?

Es fällt mir nicht extrem schwer nicht zu fahren. In den fünf Wochen im Spital habe ich viel Zeit zum Überlegen gehabt. Mir ist schnell klar geworden, wenn ich nur eine Saison verpasse, ist das noch gut und ich kann ein positives Fazit ziehen. Schwieriger würde es, wenn es länger dauern sollte.

Dafür können Sie jetzt an Ihrem neuen Wohnort Innsbruck das Zusammenleben mit ihrer Freundin Katrin Triendl testen.

Nicht nur das. Es verläuft derzeit alles ruhig. Ich spüre keinen Druck, kann Tag für Tag nehmen. Noch im Sommer war das anders gewesen. Da hat immer irgendwie Theater um mein Knie und mich geherrscht, entsprechend war der Druck gross gewesen. Jetzt tut die Ruhe mir und meinem Körper gut.

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