Lage im Donbass - Binnen 24 Stunden gab es in der Ostukraine mehr als 500 Explosionen
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Lage im DonbassBinnen 24 Stunden gab es in der Ostukraine mehr als 500 Explosionen

Die Spannungen im Osten der Ukraine haben sich dramatisch verschärft, nachdem plötzlich Artillerie-Granaten in der ostukrainischen Frontstadt Stanyzja Luhanska abgefeuert wurden. Die ukrainische Armee und die pro-russischen Separatisten machten sich für den Vorfall gegenseitig verantwortlich.

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Die ukrainische Armee und die pro-russischen Kämpfer in der Ostukraine haben sich gegenseitig beschuldigt, die Gewalt in dem Konfliktgebiet eskalieren zu lassen. 

Die ukrainische Armee und die pro-russischen Kämpfer in der Ostukraine haben sich gegenseitig beschuldigt, die Gewalt in dem Konfliktgebiet eskalieren zu lassen. 

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Die Kommandozentrale des ukrainischen Militärs im Osten des Landes erklärte, von Russland unterstützte Kämpfer hätten das Dorf Stanyzia Luhanska mit schwerer Artillerie beschossen. 

Die Kommandozentrale des ukrainischen Militärs im Osten des Landes erklärte, von Russland unterstützte Kämpfer hätten das Dorf Stanyzia Luhanska mit schwerer Artillerie beschossen. 

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Die pro-russischen Separatisten in Luhansk beschuldigten ihrerseits die Ukraine der Eskalation. «In den vergangenen 24 Stunden ist die Situation an der Kontaktlinie erheblich eskaliert», sagte der Anführer der Volksmiliz in der selbsternannten Volksrepublik Luhansk, Jan Leschschenko.

Die pro-russischen Separatisten in Luhansk beschuldigten ihrerseits die Ukraine der Eskalation. «In den vergangenen 24 Stunden ist die Situation an der Kontaktlinie erheblich eskaliert», sagte der Anführer der Volksmiliz in der selbsternannten Volksrepublik Luhansk, Jan Leschschenko.

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Darum gehts

In den zwischen pro-russischen Rebellen und Regierungstruppen umkämpften Gebieten im Osten der Ukraine sind binnen 24 Stunden mehr als 500 Explosionen zu hören gewesen. Das sei etwa viermal so viel wie der Durchschnitt im Monat zuvor, erklärte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Ausserdem meldete sie knapp 600 Waffenstillstandsverletzungen.

Stark betroffen war der Ort Stanyzia Luhanska. Ein Geschoss traf einen Kindergarten, sprengte ein Loch in die Wand und fegte Fussbälle aus dem Regal. In einem Schulhof gähnten Krater. In Nachbargebäuden waren Fenster zersplittert. Es gab drei Verletzte, der halbe Ort war ohne Strom.

Bei der OSZE fiel plötzlich das Mobilfunknetz aus

Ihr Wohnzimmer und ihr Flur seien voller Rauch gewesen, sagte Valentyna Melnytschenko, die in einem Haus in der Nähe wohnt. «Ich habe den Fernseher ausgeschaltet und dann gab es sieben weitere Beschüsse und dann hat es aufgehört», berichtete sie.

Im Westen wird befürchtet, Russland könnte einen ukrainischen Angriff auf die Rebellengebiete vortäuschen und als Vorwand für eine Invasion nutzen. Die OSZE erklärte, während des Beschusses bis Donnerstagmittag sei das GPS-Signal gestört worden, so dass ihre Drohnen vom Kurs abgekommen seien, mit denen sie die Einhaltung des Waffenstillstands überwacht. Auch das Mobilfunknetz sei ausgefallen.

Die OSZE soll in den Gebieten Donezk und Luhansk einen 2014 vereinbarten Waffenstillstand überwachen. Das war in dieser Woche nur schwer möglich, weil ihr mehrfach der Zugang verweigert wurde. «Die allmähliche Abnutzung des Waffenstillstandes (...) hat sich bedauerlicherweise beschleunigt», sagte OSZE-Chefbeobachter Yasar Halit Cevik am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat. Seit Jahresanfang habe sich die Zahl der Waffenstillstandsverletzungen verdoppelt. 

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(DPA/kle)

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