Bio Suisse – Ab 2026 werden keine Bibeli mehr getötet
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Bio SuisseAb 2026 werden keine Bibeli mehr getötet

Bio Suisse fasst einen Grundsatzentscheid, wonach ab 2026 keine Bibeli mehr getötet werden sollen. Stattdessen will man alle Eier ausbrüten und die Brüder der Legehennen mästen. Im internationalen Vergleich hinkt das Bio-Label damit hinterher.

von
Reto Bollmann
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Wie Bio Suisse mitteilt, möchte man beim Label ab 2026 keine Küken mehr töten.

Wie Bio Suisse mitteilt, möchte man beim Label ab 2026 keine Küken mehr töten.

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Dazu will der Verband auf ein sogenanntes Zweinutzungshuhn umsteigen.

Dazu will der Verband auf ein sogenanntes Zweinutzungshuhn umsteigen.

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So werden Arten bezeichnet, die sowohl zum Eierlegen als auch zum Schlachten gehalten werden können.

So werden Arten bezeichnet, die sowohl zum Eierlegen als auch zum Schlachten gehalten werden können.

Philipp Schulze/dpa

Darum gehts

  • Bio Suisse kündigt an, ab 2026 keine Bibeli mehr zu töten.

  • Dazu will der Verband auf ein Zweinutzungshuhn umsteigen.

  • Die In-Ovo-Technologie zur Geschlechtsbestimmung im Ei wird verboten.

Wie Bio Suisse mitteilt, sollen ab 2026 keine Küken mehr getötet werden. Präsident Urs Brändli zeigt sich erfreut : «Das ist ein konsequenter Entscheid, der durch und durch Bio ist. Der Zeitplan bis 2026 ist ambitioniert, aber schaffbar.» Man will auf sogenannte Zweinutzungshühner umsteigen. So werden Arten bezeichnet, die sowohl zum Eierlegen als auch zum Schlachten gehalten werden können. Da es für männliche Bibeli aus Hybridrassen keinen Markt gibt , weil diese keine Eier legen können und als Masthähnchen zu langsam wachsen, werden sie üblicherweise getötet.

Neben dem Umstieg auf Zweinutzungshühner kündigt Bio Suisse an, die In-Ovo-Technologie zur Geschlechtsbestimmung im Ei zukünftig zu verbieten.

Im internationalen Vergleich ist Bio Suisse Nachzügler

Im Vergleich zu unseren deutschsprachigen Nachbarländern kommt der Entscheid von Bio Suisse spät. Dass der Ausstieg funktionieren kann, zeigt unter anderem das Beispiel Österreichs. Die Bio-Eierbranche verzichtet hier seit 2015 auf das Töten der Bibeli. In Deutschland geschah der Schritt zum Schutz der Bibeli über die Gesetzgebung: Deutsche Bio-Verbände wie Naturland und Bioland setzen auf die Aufzucht, seit klar ist, dass das Töten der Küken ab 2022 per Gesetz verboten wird.

Mit dem Fokus auf das Zweinutzungshuhn bringe die Branche die im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft getrennte Eier- und Fleischproduktion wieder zusammen, schreibt Bio Suisse. Die tiefere Legeleistung der Zweinutzungshühner hat Auswirkungen auf den Preis: Die Bio-Eier dürften teurer werden.

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