So isst die Schweiz: Biobauer schwört auf eigenes Saatgut
Aktualisiert

So isst die SchweizBiobauer schwört auf eigenes Saatgut

Der Rheinauer Bauer Martin Ott beliefert die Schweiz mit seinen Bioprodukten. Bei der Auswahl von geeignetem und resistentem Saatgut vertraut er nur seinen eigenen Körnern.

von
Lorenz von Meiss

Auf insgesamt 140 Hektaren bewirtschaftet der Biobauer Martin Ott verschiedenste Gemüsekulturen. Neben Tomaten, Zwiebeln und Rüebli sind auch Salate aus biologischer Haltung dabei. Um die Qualität und den Geschmack seiner Erzeugnisse zu gewährleisten, verwendet er daher ausschliesslich sein eigenes Saatgut: «Der Markt wurde in den letzten Jahren derart monopolisiert, dass gewisse Samensorten nur noch an einem Ort der Welt produziert und gekauft werden können», sagt Ott.

Vertrauen in eigene Sache

Auf seinem Rheinauer Gut achtet der Biobauer deshalb darauf, dass nur Körner gesät werden, die von seinen eigenen Pflanzen stammen. Nur so kann sichergestellt werden, dass sein Gemüse nicht von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht wird: «Bei der Verwendung von gewissen Samensorten müssen die Bauern das gesammte Arsenal an Gift anwenden, damit die Pflanzen im Boden überhaupt überleben können», sagt der Biobauer weiter.

Bei der Verwendung von herkömmlichem Saatgut werden auf den Feldern verschiedenste Pflanzenschutzstoffe eingesetzt. Die Gemüsekulturen müssen damit behandelt werden, damit sie überhaupt geerntet und verzehrt werden können. Mit solchen Präparaten möchte der Biobauer Martin Ott nichts zu tun haben. Für ihn ist klar, dass sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln irgendwann negativ bemerkbar macht: «Wir wollen für die Herstellung von Lebensmitteln kein Gift verwenden, weil ich sicher bin, dass solche Pflanzenschutzmittel irgendwann im Boden oder im Menschen wiederkommen werden», zieht Ott nach.

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