Nach Missbrauchsvorwürfen: Biografie von Woody Allen wird nicht veröffentlicht
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Nach MissbrauchsvorwürfenBiografie von Woody Allen wird nicht veröffentlicht

Der Verlag Hachette verzichtet auf die Veröffentlichung der Autobiografie von Woody Allen. Das Werk war wegen Missbrauchsvorwürfen gegen den US-Filmemacher umstritten.

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Woody Allen (84) gehört zu den erfolgreichsten Regisseuren unserer Zeit. Doch seit längerem überschatten Anschuldigungen sein Schaffen.

Woody Allen (84) gehört zu den erfolgreichsten Regisseuren unserer Zeit. Doch seit längerem überschatten Anschuldigungen sein Schaffen.

epa/Julien Warnand
Seine Adoptivtochter Dylan Farrow (28), hier auf einem Bild aus dem Jahr 1988, wirft ihm seit Jahren vor, sie als Kind sexuell missbraucht zu haben.

Seine Adoptivtochter Dylan Farrow (28), hier auf einem Bild aus dem Jahr 1988, wirft ihm seit Jahren vor, sie als Kind sexuell missbraucht zu haben.

DPA/Photoreporters
Beweise für den Missbrauch konnten nie erbracht werden, Dylan Farrows Hilferufe wurden nie wirklich gehört. Nun, im Kontext der #MeToo-Bewegung, wird sie ernst (beziehungsweise ernster) genommen. Natalie Portman (36) brachte mit ihrer Aussage in einem Interview den Stein ins Rollen, als sie sagte: «Ich glaube dir, Dylan.»

Beweise für den Missbrauch konnten nie erbracht werden, Dylan Farrows Hilferufe wurden nie wirklich gehört. Nun, im Kontext der #MeToo-Bewegung, wird sie ernst (beziehungsweise ernster) genommen. Natalie Portman (36) brachte mit ihrer Aussage in einem Interview den Stein ins Rollen, als sie sagte: «Ich glaube dir, Dylan.»

AP/Frances Silver

Die wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen umstrittene Autobiografie des US-Filmemachers erscheint nun doch nicht. Die Entscheidung sei nicht einfach gewesen, teilte eine Sprecherin des Verlags Hachette am Freitag mit. Nach «intensiven Gesprächen» in den vergangenen Tagen sei aber schliesslich beschlossen worden, das Werk nicht wie geplant am 7. April auf den Markt zu bringen. Allen werde die Rechte an «Apropos of Nothing» zurückerhalten.

Am Donnerstag hatten dutzende Angestellte von Grand Central Publishing, das zu Hachette gehört und die Autobiografie auf den Markt bringen wollte, gegen die geplante Veröffentlichung demonstriert. Dylan Farrow, die nach eigenen Angaben in den 90er Jahren als Siebenjährige von Allen missbraucht wurde, begrüsste die Entscheidung im Kurzbotschaftendienst Twitter. Sie sei «sehr dankbar», schrieb die 34-Jährige.

Druck von Adoptivsohn

Allens Adoptivsohn Ronan Farrow, der sich schon vor langer Zeit mit dem Regisseur überworfen hat, hatte gedroht, nicht mehr mit Hachette zusammenzuarbeiten. Die Verlagsgruppe hat seinen Bestseller «Catch and Kill» (auf Deutsch: «Durchbruch: Der Weinstein-Skandal, Trump und die Folgen») veröffentlicht.

Farrows Buch basierte auf seinen Recherchen zu den Missbrauchsvorwürfen zahlreicher Frauen gegen den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein. Farrow hatte damit einen Beitrag zur Aufklärung des Skandals geführt, der die #MeToo-Bewegung gegen sexuellen Missbrauch ins Rollen gebracht hatte.

Im Zuge der #MeToo-Bewegung war auch Allen erneut mit den Missbrauchsvorwürfen seiner Adoptivtochter Dylan konfrontiert worden. Die Vorwürfe waren in den 90er Jahren in zwei getrennten Verfahren untersucht worden. Allen wurde letztlich nicht angeklagt. Unterstützt von ihrer Mutter, der Schauspielerin Mia Farrow, und ihrem Bruder Ronan bekräftigte Dylan 2018 aber ihre Vorwürfe gegen den Filmemacher, die der mittlerweile 84-Jährige stets zurückwies. (sda)

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